Mittwoch, 18. Juli 2007

Wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist



Jörg Ritter: "To boldly Go part 1"
(c-15, 1990, schweinehundtapes /sht 004)

Ach, Chronolgie ist doch scheisse! Entgegen dem ursprünglichen Plan, die Veröffentlichungen meines Kassettenlabels schweinehundtapes in ihrer ursprünglichen Erscheinungsreihenfolge zu posten, mach ich doch lieber wie ich Bock habe. Und der werte user muß ja nur bei jedem post unten bei "Labels" clicken und bekommt alle Eintragung zur entsprechenden Kategorie angezeigt.
Sei also deine eigene Chronolgie!

Denn es ist Zeit für einen absoluten Klassiker, liebe Gemeinde! Tape Nr. 4, "To boldly go part 1", von Jörg Ritter (der heutzutage gerne auch mit seinem Künstlernamen gerufen wird: herrjoergritter) war mit über hundert verkauften Exemplaren, einer der absoluten Bestseller bei schweinehundtapes!

herrjoergritter kann man getrost als einen Pionier auf dem Gebiet der Kinderhörspielcollage nennen! Ich bin in den letzten Jahren im großen internetz auf einen Haufen ähnlicher Projekte gestossen, aber keines hat auch nur annähernd diese erzählerische Dichte gehabt, die herrjoergritter in der dunklen Zeit vor dem Computer oder gar Audioschnittprogrammen bereits 1990 erreicht hat, bewaffnet mit nichts als einem Tapedeck und einem Plattenspieler... Nicht nur, weil er sich da jetzt schwer geschmeichelt fühlen wird, sondern auch, weil ich's wirklich finde, bin ich gewillt, ihn hier in eine Reihe zu stellen mit den besten Arbeiten von Audio-Collage-Künstlern wie Negativland, den Tape-Beatles und John Lennon persönlich (als er "Revolution #9" bastelte).
Für uns gaaaanz alten Jugendlichen hat das Werk noch dazu den nostalgischen Charme, daß es hauptsächlich aus Fragmenten alter 70-er Jahre Kinderhörspielen zusammengesetzt ist, und so kann sich das tiefste Unterbewusstsein auf ein Wiederhören von altbekannten Abenteuern mit "Moby Dick", "Perry Rhodan", "Old Shatterhand" und dem Kasper Larifari einstellen.
Wer herrjoergritters exaltiert wie tanzbare DJ Sets kennt, dem ist das plötzliche erklingen alter Märchenstimmen auf dem Tabzflur absolut nicht fremd. Wer aber "To Boldly Go" hört, der weiß, daß diese musikalische Haltung zu außermuikalischen Material bei ihm schon eine mindestens 17-jährigen Tradition hat. Teufel auch. Das is'n Ei.

Download "To boldly Go part 1" hier.

Nun endlich auch online: Das
"To Boldly Go" Part 1 BOOKLET
Nachtrag April 2012:
Aus den Tiefen des schweinehundarchivs habe ich jetzt auch noch das Orginal Booklet zum tape, das in der unglaublichen Auflage von 5 (!) den ersten fünf To Boldly Go Kassetten beilag, herausgefischt. Es ist mein ganz persönliches Exemplar und hat die laufende Nummer 1 von 5 ! Inhaltlich wirft es noch einmal ein Licht auf die Arbeitsweise von Herrn Ritter, denn er hat darin - und das auch noch typografisch interessant - ordentlich und akurat die Namen aller "gesampelten" Sprecher namentlich aufgeführt. Ehre wem Ehre gebührt!
Ausserdem findet sich hier drinnen auch die Trackliste zu den einzelnen Segmenten der Hörspielcollage, die ich hier gleich mal rausklaue:

A
01. Overtüre (0:50)
02. Spitzenkönner/ Butterkartoffel Blues (1:36)
03. Intermezzo (0:14)
04. Miles From Home (2:24)
05. Paratest/ Stimmen (3:00)
B
06. Fehler/ Wozu gibt es Funkgeräte? (1:56)
07. Prügel für den Häuptling (2:07)
08. Old Shatterhand Rapecase (2:12)
Bonustrack:
09. Vom Geist (0:38)

Das Booklet zu To Boldly Go kann man nun hier runterladen!

Superstolk - Spektakelzeit (Das Video)





So, jetzt mal Film. Denn ich nehme jetzt aktiv an der Programmgestaltung von Fernsehen 2.0 teil, indem ich endlich mal ein paar meiner Experimentalfilme bei youtube hochgeladen habe.
Auch war ich neugierig, ob es wohl schwierig ist, hier solch ein youtube-video zu embeden. wie man sieht: ist es nicht. Aber da man sich mit zuvielen Videos sein blog ruckzuck vollgeknallt hat, poste ich hier nur hin und wieder mal ein Musikvideo, wenn's zum Thema passt.
Mehr Videos von mir finden alle, die das interessiert, auf meiner youtube-Seite. Viel Spass dabei. Superstolk's "Spektakelzeit " erschien 2006 auf der "Spektakelzeit EP". Kamera + Schnitt des Videos: ich.

Dienstag, 17. Juli 2007

Chic à la Gazelle



Kaktuxxe: "Chicalagazelle" (CD, 1993, Lalabuh Records/KIX-Records)


Nun mal wieder tief eingetaucht in die persönliche Nostalgie: hier kommt das erste (und einzige) Album der KAKTUXXE. Ich glaube, mit Bands ist es nicht anders als mit Liebesbeziehungen, die erste "richtige" prägt einen für den Rest seines Lebens und sei sie im Nachhinein noch so scheiße gewesen. Aber weder in der Liebe noch im Rock war das bei mir so! Im Gegenteil! Michaela gehört zwar nicht hier her, wohl aber ein paar wohlwollende Worte zu den Kaktuxxen. Die hießen ja ursprünglich "Kacktusse", was ursprünglich meinte, wie beschissen die Frauen seien (na, das schlechte Wortspiel kapiert?).

Später wurde dann der Name unter Anführung komischer Argumente immer weiter abgewandelt ("als antifaschistisches Statement streichen wir die theoretischen SS-Runen in unserem Bandnamen durch und heißen deshalb von nun an KaktuXXe..."), was natürlich kein Aussenstehender verstehen konnte noch wollte. Nachdem wir eine erste 7'' Platte auf dem Label der Boxhamsters veröffentlicht hatten, wurden wir ob der Sounds auf dieser Platte in eine nicht passende Schublade namens "brachial-derber Assi-Punk" (Orginal Zitat M. Coburger von den Boxhamsters in einem frühen "ZAP"-Interview) gesteckt. Dabei waren wir doch auch Funk, Jazz, Pop und Avantgarde ("Frequentismus" nannten wir die experimentellen Stilelemente und meinten das eine Weile ernst...).

Kaktuxxe live @ Metzgerstraße Hanau 1992 (Foto bei Sterneck geklaut)

Diese Stilvielfalt manifestierte sich auf dieser unserer ersten CD, die wir bereits 1992 einspielten... Doch damit konnte nun erst recht niemand mehr was anfangen. Was ich bis heute zutiefst bedauere und nach wie vor unangebracht finde! Die Kaktuxxe waren zu dieser Zeit eine richtig eingespielte Band, die regelmässig 3-5 mal in der Woche an ihrem Repertoire feilte und mindestens 2 Auftritte pro Monate absolvierte. Bei aller jugendlichen Wildheit war das eine richtige Rockband, die so intuitiv aufeinander reagierte wie keine meiner vielen Bands danach. Mit der CD zeigte sich aber auch bald, daß wir Leute von KIX uns mit den ganzen Comicprojekten plus der ganzen Band-Sache einfach zuviele Projekte gleichzeitig aufgeladen hatten und man nicht beides mit der gleichen Intensität "vermarkten" konnte (davon abgesehen, daß es auch noch drei weitere Bands gab, die auch alle ihre eigene Aufmerksamkeit verlangten). Zudem trat das Label, auf dem die Platte ursprünglich erscheinen sollte, von seiner Zusage zurück und es dauerte ein ganzes Jahr, bis wir sie 1993 endlich - gemeinsam mit Lalabuh (dem Label der befreundeten Hardcore-Band "Add To Nothing") selber veröffentlichen konnten.

Chicalagazelle : Orginal Werbeanzeige 1993

Bis heute bin ich mächtig stolz auf besonders 2 Tracks dieser CD: Den klaustrophobischen Titelsong, den Raul nicht ganz zu unrecht mal als "Gespenstermusik" bezeichnet hat und eine tolle Klarinette vom Sänger Manutchehr featured. Und dann natürlich der Bonustrack "Destroy Digitalism" - eine 15-minütige Collage mit Unmengen von Audioschnipseln aus 4 Jahren Band-Historie: unveröffentlichte Proberaum-Jams, luizide Chants oder debile Kommentare zu Softpornofilmen im Fernsehen - alles fließt zusammen zu einem großen Brocken Sound. Was für ein Track! Wäre ich ein ambitionierter US-amerikanischer Krautrockfan, würde ich glatt meine Amon Düül Platten dafür weggeben!
Download hier: Chicalagazelle (inkl. Artwork & Booklet).

Und als Bonus: das Orginal Presseinfo zu Chicalagazelle als pdf.


Mehr Links:
Kaufe eines der allerletzten bei KIX erhältlichen Orginal-Exemplare dieser CD im Art-Kiosk vom ollen Rautenberg. Lies noch mehr Infos zu den Kaktuxxen auf der KIXseite. Besuche das Wiener Fachgeschäft für Dessous, das Namensgeber für die CD war. US-amerikanische Krautrockfans clicken besser mal hier oder hier


Kaktuxxe - Burn Down The Warehouse

Donnerstag, 12. Juli 2007

sht 001



"der innere tapesampler" C-60
(1990, schweinehundtapes)


Jetzt gehts aber los: nach und nach werden hier ALLE 50 tapes, die ich in den 80-ern und 90-ern auf meinem Tape-Label "schweinehundtapes" gemacht habe, gepostet. Ein enormes Unterfangen - das dem einen oder anderen hoffentlich etwas Spaß bereiten wird (mir z.B.).

Fangen wir also chronologisch an mit sht 001 - dem allerersten schweinehundtape überhaupt.
Dieses war ursprünglich eine Audio-Cassetten-Beilage für mein Fanzine "der innere schweinehund" und stellte gleichsam neue Produktionen aus dem "eigenen Stall" (bald würde man "KIX-Bands" dazu sagen) aber auch (exklusive) Beiträge von befreundeten Bands vor. Darunter heute längst vergessene norddeutsche Gothic-Bands wie Shadowplay oder Garden of Pleasures, die heut noch aktive Deutschpunkband Boxhamsters oder auch die Hippie-Band Mal So Mal So, in der ich bis 1985 selber Rhythmus-Gitarre gespielt hatte.

Das schaffte Freude und Freunde und machte auch noch Spaß. Da auf nur 40 Stück limitiert, war dieses tape auch noch eine überschaubare Arbeit. Später, als das Interesse an schweinehundtapes stieg, gab es noch eine nicht-limitierte Zweitauflage, diese aber ohne das liebevoll gebastelte, 20-seitige Infobooklet! Dieses kleine Heft hat die letzten 17 Jahre ein trauriges Schubladendasein verbracht - bis heute. Denn hier nun ist es als pdf wieder zu haben ! Vollgestopft mit allerhand Informationen, an die ich mich heute gar nicht mehr erinnern würde, sollte es jede Frage beantworten, die diese Audio-Cassette jemals aufgeworfen haben könnte.

01. mayflower madam - farm
02. rüdiger - die liebe
03. shadowplay - forever
04. asozialsky & hatsch: 1 prinzip
05. jörg ritter - max goldt, hommagiert
06. tvuzk - little bright song
07. kacktusse - art von frau
08. raul - word are just words
09. jörg ritter - geld
10. nirvana zimbo & kotzi arbeiterkind - drijftgas
11. rüdiger - hiphoppen (RMX)
12. asozialsky & hatsch - sodomie (punk-is-dead-mix)
13. dau jones index - matze und raul sind gesund
14. mal so mal so - waldseespiegelung
15. garden of pleasures - christine
16. jörg ritter - liebe (punk vers.)
17. the private urknall - julchen
18. raul - nieman kan mit gerten
19. boxhamsters - onkel otto (Orginal)
20. nirvana zimbo & kotzi arbeiterkind - umwelt holocaust
21. frunk - porno in schlumpfhausen
22. rüdiger - jedem mann sein hobby
23. dau jones index - alle dagegen
24. tvuzk - how ?
25. dr. erwin llöchner - das acidhaus vom nikolaus
26. asozialsky & hatsch - halts maul
27. mal so mal so - samba

Download "der innere tapesampler"
Download "der innere tapesampler"-Booklet



Boxhamsters - Onkel Otto (Orginal Version)


"Zuhause mit der doofen Weltschmerzplatte einen Nachmittag verbracht"


Bum Khun Cha Youth - "Ersatzpunk" ( 7'' Vinyl Single, Kaleido/Rock-o-Tronic Records, 1997)

Diese Platte dürfte wohl, wenn man internet-wikis wie
indiepedia Glauben schenkt, mein musikalisches Hauptwerk darstellen! (...das kommt davon, wenn man erst 2007 auf die Idee kommt, der Welt vorzubloggen, bei wievielen anderen Gelegenheiten es Einritzungen ins eigene künstlerische Kerbholz gab.).

Die Bum Khun Cha Youth - benannt nach dem koreanischen 70-er Jahre Eintracht-Frankfurt-Spieler - war (und ist) die Band von Linus Volkmann. Ja, der Volkmann, den man aus der Musikzeitschrift "intro" oder gar aus seinen eigenen köstlichen Büchern kennen könnte (=sollte).
Volkmann und ich kennen uns noch aus alten Hanauer Deutsch-Punk-Tagen, in denen wir beide in entsprechenden Bands spielten (er: "Die Schwiegersöhne", ich: "Asozialsky und Hatsch"). Das, liebe Kinder, war sogar noch in den Achtziger Jahren. In den Neunziger arbeiteten wir beide beim legendären "Komm Küssen"-Fanzine und zu ungefähr dieser Zeit war es auch, daß die erste Platte seiner Band aufgenommen werden sollte. Ihre ersten Studio-Aufnahmen waren der Band aber zu "clean" und aus diesem Grund wollten sie alles nochmal in dem primitiven 4-Spursound einspielen, mit dem ich damals meine zahlreichen Schweinehundtapes produzierte. So kam es zu einem exzessiven Recording-Wochenende im KIX-Proberaum, bei dem wir 5 Songs aufnahmen. Und weil die keinen Bassisten hatten, spielte ich das Instrument selber, nachdem man mir schnell die nötigen Akkordwechsel erklärt hatte (war ja Punkrock, ging also schnell). Das ist quasi die ganze Geschichte meiner Bum Khun Cha Youth-Karriere. Letzten Endes entschieden sie sich dann doch zu 75% für die ursprünglichen Studio-Aufnahmen (auf denen ich NICHT Bass spiele!) - aber mit der Lo-Fi Version von "Nicht so Egal" kam dann immerhin ein Stück dieser Session doch noch auf die Platte. In den nächsten 2 Jahren gab es noch ein paar weitere Versuche von mir, Bum Khun Cha-Material zu bearbeiten (da liegen noch einige interessante, nie veröffentlichte Remixe von Superstolk 2000 auf meiner Festplatte...), aber irgendwie kamen all die Versuche dann nie wirklich zu einem Ergebnis. Schade.

Findense also hier - die Ersatzpunk-EP der Bum Khun Cha Youth.


LINKPARADE:
Lesense hier alles relevante zur Band auf der Bum Khun Cha Youth-Fanpage.
Kaufense
hier noch erhältliches Vinyl der Band. Erfahrense hier alles über die famosen Bücher von Sänger und Bum Khun Cha Youth-Chef Linus Volkmann (aber bestellense die nicht direkt dort sondern supportense lieber ihren local bookshop!). Informierense sich hier über die bald anstehende Veröffentlichung des neuen Albums "Alarm! Hanns-Martin ist verschwunden".

BONUSTRACK:
Weil es so gut passt (und ich ja nicht ausschliesslich fremde Platten illegal ins Netz stellen will), gibt es hier doch mal einen der noch nie zuvor veröffentlichten Superstolk-Remixe. Dieser ist zugegebenermassen etwas sehr Wall-of-Sound-verliebt, enthält aber immerhin eigens eingespielte Synthesizerparts von mir. Was immer ich damit sagen will.


Bum Khun Cha Youth (feat. T. Kauke) - Nicht so egal (LoFi)

Freitag, 6. Juli 2007

Strictly Homemade !


Elektr. Hnd. Sound Orchestra - Original Liveperformance 21.01.2000 @ Café Matrax, Hanau
(2 x CD-R, 2000, Kixmusik)


So, nun wie versprochen, etwas "Elektr. Hnd. Sound Orchestra".
Dieses war ein rein elektronisches Musikprojekt von fym und Diane (die heute das tolle boogizm-label machen), gemeinsam mit den Gebrüder Kauke: Raul und ich.
Die gemeinsamen Rockband-Keller-Improvisationsabende führten sehr schnell zu elektronischen Sessions in der Wohnung von Manutchehr und Raul in Offenbach. So mussten die das Haus zum musikmachen nicht mehr verlassen !



Und so kam es auch zum Alternativnamen, "Strictly Homemade". Das schrieben fym und Diane auf ihre Flyer, Raul und ich schrieben "Elektr. Hnd. Sound Orchestra" auf unsere... ich hab aber nie mit jemanden gesprochen, den das verwirrt hätte.
Das Konzept des Homemade-Orchestras war sehr simple: Diane machte die Beats (sie kann nunmal die besten !) und jeder trug auf einem Lieblingssynthesizer seinen Teil zum improvisierten Gesamtgeschehen bei. Pro Abend spielten wir nur ein Stück - das aber konnte bis zu 8 Stunden lang gehen. Das funktionierte auf prima loungige Art in kleinen Cafés, wo sich die Leute - dank unserer gedrosselten Gesamtlautstärke - in eigenartige Stimmungen versetzen ließen... denn wir hörten einfach nicht wieder auf damit (und spielten auch keine House Platten dazwischen zur Entspannung...).



Auf der Doppel-CD, die es heute hier gibt, hören wir einen ca. 150 minütiger Ausschnitt eines solchen Abends mit allen Facetten und Stimmungssprüngen, die das Orchestra zu bieten hatte. Keine 5 Minuten klingen hier gleich, dauernd passiert irgendwas ko(s)misches. Wozu sicher auch mein grandioses Arsenal an 4-Spur-Atmotapes, die ich in die Musik einstreute, einen Anteil hatte, ähem...Sicher aber auch Rauls einmalige Melodien und fyms tolle Rap- und Indie-song-Einlagen. Und ja, vor allem Dianes Beats !
Diese Doppel-CD war übrigens auf nur 20 Exemplare limitiert, später gab es nur noch die erste als Einzel-CD zu kaufen.


Und jetzt: beide CDs zum kostenfreien download, hier:
Mediafire: CD1..............und CD2


Elektr. Hnd Sound Orchestra - Excerpt

Sonntag, 1. Juli 2007

CONCORDE: High in the Sky


Concorde: "Mulpha Recordings April 2002 (part 1)"
(CD-R, private Release, 2002)

Ich muss gestehen, ich hatte mir diese CD seit Jahren nicht mehr angehört, bis sie mir auf der Suche nach Aufnahmen, die es wert sind, hier gepostet zu werden, wieder in die Hände fiel...Und ich bin nachhaltig beeindruckt von dieser kleinen großen Band, die wir da hatten. Was für eine musikalische Dichte wir in diesen Live-im-Proberaum-Aufnahmen erreicht haben, wie herrlich organisch sich die Dynamik von ganz laut bis sehr leise (und zurück) entwickelte, wie angenehm und unauffällig da erste elektronische Effekte in den Rock-dominierten Stücke auftauchten -... hatte ich alles längst vergessen. Vielleicht handelt es sich hier ja um Musik, die mit den Jahren reift ? Begriffe wie Krautrock und Mogwai fallen mir als Referenz sofort ein...- um auch Aussenstehenden Appetit auf diese Rockmonster (das längste Stück geht 36 min) zu machen !



Concorde existierte von 2000 - 2002. Es war meine erste musikalische Zusammenarbeit mit Daniel Herrmann (der mich in der Cafeteria der Hochschule für Gestaltung in OF ansprach, weil seine Band eine zweite Gitarre bräuchte und er gehört habe, dass ich so eine spielen könne...Ich glaube, eine Begegnung, die man durchaus schicksalhaft nennen kann, ich war im letzten Semester und er im ersten, er hatte gerade the-Power-of-Rock verinnerlicht, ich meinte, das gerade hinter mir gelassen zu haben und beschäftigte mich musikalsch eher mit Minimal Electronic...- dennoch sagte ich auf der Stelle zu.).
Die Band, die er vorgab zu haben, war eigentlich nur er selbst (am Schlagzeug) und sein Kumpel Sebastian Wie-heisst-er-gleich (siehe Nachtrag unten!).
Einer, der angeblich Keyboards spielen würde (stattdessen aber meistens auf seinen Plattenspielern aufregende Turntable-Kunststücke machte) war anfangs auch mit von der Partie - Daniel Nikolaou, der gute alte Solestar (von dem in einem der nächsten Posts mehr zu berichten sein wird...). Nachdem in den ersten Monaten meine Bruder Raul den Bass spielte, kam schließlich als endgültiger Concorde-Bassist Rouven Schmitt dazu.



Eine große Besonderheit von Concorde war deren Proberaum. Das "Mulpha" !
So nannte man die ehemaligen Chefetage einer alteingessenen Frankfurter Bank mitten im Frankfurter Bankenviertel, im 14. Stock. Mit höher gelegtem Fussboden, der einen einmaligen Blick auf die ganze Frankfurter Skyline direkt zu unseren Füssen bot, während wir probten. Kunsthochschulen-Beziehungen machten es möglich. Diese einmalige Situation (die es uns sogar ermöglichte, am hellichten Tag zu spielen, da der Straßenlärm ohnehin viel lauter war als die Rockband im 14. Stock) hat unsere Musik mit Concorde stark geprägt. Kann man, wie gesagt,
5 Jahre später noch viel bestimmter sagen und hört man jede kurzweilige Minute der "Mulpha Recordings" lang.
Heute finde ich, das hier klingt sogar dichter als das nie veröffentlichte "White Gold" Album von Concorde (dass wir einen Monat später in Köln aufnahmen).



Kaum 3 Monate später war der Traum auch schon vorbei, denn wir mussten aus dem Mulpha aussziehen. Concorde existierte danach noch eine Zeit lang mit experimentelleren Sounds, einer exzentrischen (aber nicht uncoolen) Sängerin und verhallten Auftritten in Kirchen und Kellern...aber das ist eine andere Geschichte, die ein ander mal gepostet wird.

Hier clicken um die Mulpha Recordings zu saugen.

P.S. - Der nicht minder beeindruckende "part 2" folgt demnächst mal bald später.

NACHTRAG 12.10.2008:
Wer liest schon die Kommentare, wo ein gewisser Herr Leppmann schon letztes Jahr den kompletten Namen des anderen Concorde-Gitarristen gepostet hatte? Ich vermute: die wenigsten. Deshalb hier nochmal für das ganze web: "Sebastian
Wie-heisst-er-gleich " heisst im echten Leben natürlich Sebastian Göllnitz und ist ein begnadeter Gitarrist (und starker Sänger!), über dessen aktuelle musikalische Arbeit ich ja zu gerne demnächst mal berichten würde, wenn ich da was weiss!!

Concorde - Check Inn