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Samstag, 17. November 2012

"Dann wissen Sie tatsächlich nicht, wie Sie heissen?" "Nein, aber ich habe einen Merkzettel, da steht es drauf..."

Raultronic - " Das Gespenst -
Musik zum Film" (sht 051, C-10, 1998)


Der heutige Geburtstag meines hochgeschätzten Bruders RAUL ist wieder mal willkommener Anlass, in der alten Kassettenkiste zu kramen! Um ein kleines Stück Erinnerung von damals als quasi Geburtstags-Geschenk aus dem Reich des Vergessens in die Aktualität - und damit in die Welt der nur kurzfristigen Aufmerksamkeitsspanne - zurückzuholen.

Wie ihr wisst, hat mein Bruder früher viele tolle Filme gemacht, als er Film studierte an der HfG Offenbach. Sein erster 16mm Film war das großartige Werk "Das Gespenst" - ein Animationsfilm, der mit den einzig wirklichen Helden unserer Kindheit besetzt war: Playmobilfiguren! Über die philosophische Tiefe, die beinahe naturgleiche Einfachheit, die völkerverbindenden und die pädagogischen Aspekte und vielesvieles mehr dieses genialen Spielzeug beabsichtige ich, irgendwann mal ein ausschweifendes Essay zu verfassen...

Allerdings nicht jetzt.

Denn hier geht es ja um eine Kassette. Und um das Vergessen!


In meinem Langzeitgedächtnis gespeichert habe ich nämlich, dass ich in den Jahren 1989 - 1998 genau 50 (fünfzig) Kassetten auf meinem Kassettenlabel "schweinehundtapes" veröffentlicht habe.
So gebe ich es zu Protokoll, wenn ich hier darüber schreibe oder in Interviews danach gefragt werde. Eine größere Umräumaktion im Hause meines Bruders, Anfang des Jahres, lies mich jedoch unvermutet auf einen lustiges Beispiel dafür stoßen, wie sehr sich das Langzeitgedächtnis über die lange Zeit täuschen kann und nicht-so-wichtige Informationen rausfiltert. Denn beim durchstöbern lange nicht geöffneter Tapekisten von Raul, quasi-echte time capsules aus den späten Neunzigern, stiess ich auf was? Auf das einundfünfzigste Schweinehundtape!

Tatsächlich erschien irgendwann im Herbst 1998 eine letzte Kassette unter diesem Labelnamen, nämlich die Filmmusik zu oben bereits erwähnten Raul-Erstlings "Das Gespenst". Ich erinner mich vage, es hatte höchstens eine Auflage von 10 und wir verkauften es bei unserer regelmässigen Arbeit an der Cafeten-Theke in der HfG. Mutmasslich zur Vordiploms-Präsentation, bei der Raul diesen Film zeigte, dürfte das tape erschienen sein. Weiss aber nicht mehr, wann das war.
Müsste ich Raul fragen, aber dann wär ja die Überraschung im Eimer! (Wie immer in solchen Fällen freu ich mich jetzt schon auf einen kleinen Kommentar-Eintrag mit hoffentlich weiteren Erläuterungen aus Rauls Langzeitgedächtnis!)

You Tube sei dank, muss ich nun garnicht viele Worte verlieren sondern kann den Film gleich in seiner ganzen Länge präsentieren. Taucht ein in die Welt von Fladchek! 


Fladchek vergisst jede Information sofort nach Erhalt. Da er deshalb auch die Angst vergisst, bittet ihn der König, ihn vor dem lästigen Gespenst zu beschützen. Doch das Gespenst erkennt Fladchek aus der Vergangenheit wieder... Da schließt sich der Kreis, den ich hier um das Thema "Vergessen" gezogen habe, denn wir lernen im Film, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn man alles vergisst, solange man einen Zettel bei sich trägt, auf dem draufsteht, wer man ist und wie man heisst! Ich jedenfalls fühle mich immer sicherer mit!




Raul selbst hat eine vorzügliche Dokumentation über diesen Film auf seinen Filmseiten verfasst, die man alleine schon aus diesem Grund mal wieder besuchen kann!

Na ja, und wer die leicht quäkige Playmobil-Orchestermusik im Hintergrund leiden mag (im typischen Raultronic Sound der damaligen, Zeit aber ohne die so typischen Beats, die einem bei Raultronic zuerst einfallen!), kann sich jetzt das rare und beinahe vergessene Soundtrack-tape auch gleich runterladen. Ohne mich zu erinnern, wette ich, dass hier ausgereiftere und längere Versionen drauf sind, als die, die im Film vorkommen.


Ladies, Gentlemen und Geburtstagskinder, ich präsentiere Ihnen:
DOWNLOAD "Das Gespenst - Musik zum Film" - das einundfünfzigste Schweinehundtape!





Eines Nachts spukt ein Gespenst mit einer häßlich krächzenden
Stimme im Schloss. Es dichtet Reime und Lieder auf den König,
der sich dabei ziemlich ärgert.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Kunststudent Techno for Kunststudent Breakfast



Raultronic - "Spasma" (C-60, 1998, schweinehundtapes, sht 046)

Lieber Herr Bruder: ich hab sie endlich gefunden, die CD mit der eindigitalisierten Version deines "SPASMA"-tapes...


"Spasma" war das 2. tape mit der aussergewöhnlichen elektronischen Musik, die der Herr Raul früher tage- und nächtelang (in den diversen Offenbacher Studenten-WGs,
in denen er lebte) zusammenschraubte.
"Aussergewöhnlich", weil eben überhaupt nicht mit gängigen Begriffen elektronischer Musikrezeption fassbar. Am ehesten (denk ich mir gerade) würde ein Begriff wie "Futuristischer Easy Listening" passen. Musik, die anspruchsvoll unterhält, ohne zu nerven. Schön-seltsame elektronische Musik aus vorsintflutlicher Produktions-Zeit. Von wegen plug-in hier, virtueller Synthie da - dies hier wurde alles noch von Hand mit Hardware und zum Anfassen produziert. Auf DAT-Recorder aufgenommen statt das file zu rendern!

Ich finde hochgradig interessant, wie er damals an den General-Midi-Sounds unseres ersten Synthesizers, in langwieriger, akribischer Kleinarbeit jeden einzelnen GM-Sound so veränderte, bis die eigenartigsten (und oft nirgendwo sonst wieder gehörten) Sounds dabei entstanden.
Klingt bis heute unverwechselbar (und auch noch toll frisch nach bereits 9 Jahren!).

Produziert wurde die Musik damals hauptsächlich für den "Club", in dem wir beiden quasi 4 Jahre lang wöchentlich einmal auflegten. Mittwochs nämlich, von 9 - 17 Uhr: in der Cafeteria der Offenbacher Hochschule für Gestaltung!
Wer da nämlich Dienst macht, ist (auch heute noch) Herr über die Musikanlage in der HfGCafeteria - und kann spielen, was immer er will. So schmierten und verkauften wir 4 Jahre lang zusammen Brötchen, kochten Kaffee... - aber nicht etwa wegen des Geldes, das es zu verdienen gab (erst nach Androhung von Prügel haben wir das genommen...) - sondern eigentlich wegen des Publikums, dass wir damit regelmässig einmal in der Woche kostenlos hatten...

Vier Jahre lang produzierten wir immer neue "Cafeten-Tracks", die speziell zur musikalischen Umspülung der kaffeetrinkenden und frühstückenden Gestaltungsstudenten entstanden (und die von denen auch genauso angenommen wurden...). Hin und wieder probierten wir aber auch schon mal aus, wie weit man es treiben kann, besonders nervige Musik zu spielen. Davon sollen 2 EP von mir, die ich zusammen mit der SPASMA CD endlich wiederentdeckt habe, demnächst künden.
"SPASMA" ist mit der Nr. 046 eines der letzten schweinehundtapes, das ich herausgebracht habe (50 gab's!). Die Anzahl aufgeschlossener und neugieriger Studenten, die sich zusammen mit ihrem Kaffee auch mal ein tape kauften, war damals noch größer, als man sich heute vorstellen kann!
Heute nimmt das ja keiner mehr geschenkt... Oder doch?
Hier: ich schenke euch eine Kassette voller
Raultronic.



Raultronic - Artallo

Donnerstag, 28. Juni 2007

One man’s Proberaum-Geduddel is another man’s most loved free jazz album





















28.03.1998: live in Hanau (CD-R, private Release, 2006)


Toll, die Bloggerei erlaubt einem ja jetzt auch, genau die Alben zu veröffentlichen, die man immer schon mal machen wollte, aber nie das Geld dafür da war (oder schon das Geld da, aber so offensichtlich, dass das eh keiner kaufen wird, dass man’s besser gleich bleiben lässt, weil sonst nämlich das Geld wirklich w.e.g. ).

Die Gruppe, die wir hier hören sollen, nenn ich einfach mal „28.03.1998“ (so arbeitstitelmässig) - denn, richtig geraten, an diesem Tag wurde die CD eingespielt. Zu hören sind die alten KIX-Mitstreiter Manutchehr und Diane und die beiden Kauke-Brüder Raul und ich bei einer unserer legendären Freestyle-Sessions, die wir in diesen Jahren öfters abhielten (denn es gab noch einen Proberaum vollgestopft mit Instrumenten, aber keine der Bands mehr, wegen der man diesen angemietet hatte). Alles war nicht nur erlaubt sondern wurde auch gemacht (lustig, weil sonst macht man ja immer nur, was verboten ist!), jeder spielte mal jedes Instrument (ich sogar Schlagzeug, aber was man nicht kann, kann man nun mal nicht - diese Aufnahme wird deshalb unterschlagen).. und irgendjemand hatte sogar noch an ein Leertape gedacht (stimmt gar nicht, denn es wurde ein bespieltes Tape aus Rauls Auto verwendet!).

Somit können wir auch heute noch dem noisigen Rumgestochere im musikalischen grenzfreien Raum beiwohnen, von dem ich nicht müde werde zu erklären, dass das für meine Ohren genau wie JAZZ funktioniert – jeder darf mal alles und achtet darauf, dass es irgendwie zum Spiel der anderen passt… die Summe seiner Teile wird mal wieder zu mehr als die Einzelkomponenten je könnten !

„Historisch“ wichtig sind diese Aufnahmen besonders deshalb, weil wir ein Jahr später - genau in dieser Besetzung - mit dem „Elektr. Hund Sound Orchestra /Strictly Homemade“ ein sehr, sehr ähnliches Konzept verfolgten – dann allerdings ausschließlich mit Synthesizern und anderem elektronischem Instrumentarium sowie Tapes, Kurzwellensender und dergleichen mehr… Das war mächtig hip, Ende der 90-er ! Aber eigentlich wurden nur die Werkzeuge andere, der frei fließende musikalische Geist dahinter ist – für mich – ein und derselbe wie auf diesen Aufnahmen.

.....mhhhh - in gebe zu, in einem der nächsten Posts sollte ich endlich auch mal dieses elektronische Orchestra posten, damit ihr mir das nicht nur einfach glauben müsst sondern mit dem eigenen Intellekt erkennen könnt (wenn ihr daran Spaß habt…und es euch überhaupt interessiert…)

Download 28.03.1998 – Live in Hanau

Mediafire


Viel Spass ?

Mittwoch, 27. Juni 2007

"Schade, Schade, keine Zeit es auszugeben, all das schöne, schöne, schöne Geld"




















Superstolk 2000 "Was Kostet Die Welt ?"
(7'', 1998, Knorz Records)


Jetzt gibt's hier mal ein klares Statement zum bereits fast 10 Jahre andauernden Diskurs "Kostenlose mp3-Downloads-im-Internet - Erbauung oder Satan ?".
Diese meine Schallplatte kann man bei mir immer noch kaufen (blaues Vinyl, lecker Farbcover + Extras) und TROTZDEM kriegt ihr sie jetzt hier als mp3s geschenkt ! Denn was ist ein gelber Ordner auf der Festplatte schon gegen ein Stück liebevoll produziertes Vinyl ? (Und ein Blick nach ebay reicht schon, um zu wissen - man muß solch eine limitierte Platte nicht lieben, nicht mal hören - sondern nur 15 Jahre im Schrank stehen lassen - schon zahlt sich das für einen aus...)

"Was Kostet die Welt" kam 1997 auf dem (damals noch) Punk-Label KNORZ-Records heraus. Das Titelstück stammte vom ersten Superstolk-Tape "Ansonsten Schrank" (1996), das zweite Stück "Kleiner Schlumpf" war neu und erschien exklusiv auf dieser Schallplatte. Nun ja, fast -denn es war 1998 nochmal auf einer Deutsch-Pop-Compilation-CD namens "Irgendwie Dazwischen" und 1999 in der Extended Version (inkl. Vader-Abraham-Gesangspart) auf der Superstolk CD-R "Jedermann sein eigner Schrank" zu hören. Die B-Seite ist das instrumentale "Theme from Looplab". Looplab war auch ein Projekt von & mit mir - ich verfolgte da noch das strikte Konzept, alle elektronischen Stücke ohne Gesang unter diesem Namen zu veröffentlichen.
Schade, dass ich noch nie in einem Club war, wo das mal der DJ auflegt, denn ich finde es auch 10 Jahre später garnicht so uncool.
Na, wenigstens hat mir genau das auch mal der von mir hochgeschätzte Offenbacher DJ Strobel gesagt... Wow - und wie ich eben gerade so im Netz nach Infos über die Platte suche, entdecke ich, daß sie inzwischen sogar einen discogs-Eintrag hat. Na, wenn das so ist - dann hat man's ja wohl geschafft !! (Träum weiter, Kauke...).
click hier für downloaden

Und damit ich auch in 10 Jahren noch Exemplare von dieser Scheibe im Schrank habe, liegen auch noch fette Scans des Covers bei. Also, bevor ihr doch ein Exemplar bei mir bestellt: erstmal gucken - kann mans auch drucken ?



Superstolk: Kleiner Schlumpf