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Donnerstag, 20. Dezember 2012

Wir warten auf's Kristkind No.3

Hanau Punkrock History



Kacktusse? Punk! - "Das Kacktusse-Archiv Volume 1, 1988-1990" (C-60, 1990, Privatveröffentlichung)

"Wenn man Musik macht, schmeckt das Bier viel besser" - Die frühen Kacktusse? Punk! Aufnahmen!
Zu der großartig-seltsamen Hanauer Deutsch-Noise/Punk/UndWasNoch-Band "Kaktuxxe" habe ich ja schon einige Kilobytes an Textdaten im Inneren dieses Web Logs verstreut, die sich unter dem Suchwort "Kaktuxxe" oder "Kacktusse" alle schnell und bequem aufrufen lassen.

Der aufmerksame Blogleser könnte sich erinnern, dass ich (natürlich, wie damals fast alles, gemeinsam mit Bruder Raul) 1989 in diese Band einstieg, als sie sich noch "Kacktusse" nannte. Die frühe Geschichte dieser Band, bevor wir dazu kamen, blieb bisher ein wenig unbeleuchtet (nur hier steht was), weil sich die Texte hier natürlich zum größten Teil direkt aus meinem Langzeitgedächtniss nähren - ja, und erinnern SIE sich mal an Begebenheiten, bei denen Sie garnicht dabei waren!


Genaugenommen aber habe ich das getan, bereits 1990 schon und auf Kassette! Als Raul & ich im Herbst 1989 Teil der Band wurden, bekam ich nämlich irgendwann einen Stapel verranzter Audio-Kassetten in die Hand gedrückt, die die gesamten Studio-Sessions der Kacktusse? Punk! enhielten. "
Kacktusse? Punk!"- so nannten sie sich nämlich, bevor der Name mit unserem Beitritt auf nur "Kacktusse" verkürzt wurde.
Wie gesagt, die Orginal Vierspurbänder, und allesamt nicht abgemischt, so daß man sich die Stücke auch nicht einfach so anhören konnte. Mein Sinn für die forschende Archivarbeit war schon damals sehr ausgeprägt und deswegen setzte ich mich tatsächlich hin und sichtete das Material auf diesen alten Kassetten (die vorher Old School Hip Hop und Schlagermusik enthalten hatten und auf denen heillos verstreut die ersten musikalischen Ausbrüche von Manutchehr, Pepi, Mica und wechselnden Bassisten zu hören waren).

Eine Auswahl der besten Stücke aus dieser Zeit - darunter längst vergessene "Klassiker" mit Titeln wie "Zwischenfick im O.P.", "Arschloch!" oder "Hanau - Bullenstadt und Yank-Exil", die ein unangenehm deutliches Licht darauf werfen, wie die so war, eine Jugend in ausgerechnet Hanau Ende der Achtziger Jahre - und die natürlich genau deshalb bei Eingeweihten bis heute einen gewissen Kultstatus haben. Ausserdem finden sich hier auch rudimentäre Frühversionen von Songs, die die Kaktuxxe später teilweise sogar noch Mitte der Neunziger im Repertoire hatten, wie z.B. "Fuck it", "My Girl in the GDR", "Die Art von Frau" und natürlich der ewige Kultschlager "Am Ende bleiben Tränen" (mehr zu diesem Stück kann man hier lesen).

Besonders aufschlussreich sind auch die Live-Aufnahmen des skandalösen ersten Kacktusse? Punk! Auftritt im legendären Hanauer Kultur-Basar ("Ku-Ba"), von denen auf der Kassette einige vertreten sind. Ja, das war genau das Konzert, auf dem auch dieses legendäre Livevideo hier entanden ist:





Daneben enthält die Kassette auch noch die ältesten existierenden Kacktusse-Aufnahmen, auf denen Raul und ich 1989 mitspielten - die ersten Vierspur-Demo Aufnahmen für Songs, die später auf unserer ersten 7" Single "Fight The Nazi Baby" erscheinen sollten. Alles in allem ist diese Kassette also ein wahres Feinkost-Fachgeschäft für den fortgeschrittenen Kaktuxxe-Fan und das einzige Manko daran war, dass es damals - ausser die selbstverliebte Band selbst - keine fortgeschrittenen Kaktuxxe-Fans gab. Weshalb das "Kacktusse Archiv"-Tape auch niemals offiziell verkauft wurde, sondern in einer Auflage von nur 10 Stück ausschliesslich an Mitglieder der Kaktuxxe und deren Angehörige verschenkt wurden. Von mir! Zu Weihnachten 1990!

Im Irrglauben, dass das Zweiundzwanzig Jahre später vielleicht anders sein könnte, präsentiere ich jetzt dir, liebe Weltöffentlichkeit, als heutiges Weihnachtsgeschenk erstmals das musikalische Vermächtnis der frühen Kacktusse? Punk! - zum download für alle!

Das heutige unpop-Weihnachtsgeschenk:
die frühen Kacktusse? Punk! Aufnahmen



Kacktusse? Punk! - "Das Kacktusse-Archiv Volume 1 - 1987 - 1990"

A1 Zwischenfick im OP
A2. Am Ende bleiben Tränen
A3. Rot, rot, rot - gebt mir ein Stück Brot
A4. Hanau - Bullenstadt & Yankexil
A5. Arschloch
A6. My Girl in the GDR
A7. Take 5
A8. Fuck It!
A9. Faschos und Krawall (Instrumental)
A10. Blutscheisser (Live im Ku-Ba 1989)
A11. Im Winter wenn Schnee fällt (Live im Ku-Ba 1989)
A12. Die Art von Frau (Live im Ku-Ba 1989)
A13. Elefantenlied (Live im Ku-Ba 1989)

B1. Die Art von Frau (4-Spur Demo 1989)
B2. Take 5 (Session)
B3. Gitarreninstrumental (Session)
B4. Skinhead - Piss Off
B5. Hallelujah
B6. Kill Your Wife (1st Demo)
B7. Nazi Baby (1st Demo)
B8. Instrumental  (Falsche Zungen) (Mai 1990 Demo)
B9.Nazi Baby (Mai 1990 Demo)
B10. Frohgesang (Am Ende bleiben Tränen) + S.P.A.(Mai 1990 Demo)
B11. Proberaum-Improvisation 1990
B12. Alkoholiker müssen allein sein




Kein Kacktusse-Post ohne obskure Fotos! Hier sind die
lange totgeschwiegenen allerersten Presse-Fotos der
Kacktusse, aus dem Herbst/Winter 1989.
 
Pressefoto #2: Kacktusse 1989.
Die erste Boygroup des Hardcore-Punk?

The "Kacktusse Archiv Volume 1" was a C-60 tape compilation containing the earliest tracks recorded by the german punk band Kacktusse from Hanau when they still were called Kacktusse?Punk?... These demos were all recorded in 1988-1990. The tape was never oficially "released" but only handed out to the band members in an edition of 10 as a Xmas gift in 1990. Now for the first time for everybody (if anybody is interested at all).   

Freitag, 17. Februar 2012

Es gibt wichtigere Dinge als in Frieden zu leben! (A.Haig)




U.F.D. (Uncounted Faces Of Death) -
First Demo (C-20, 1988, unveröffentlicht)



Und jetzt: UFD. Eigentlich ja Uheffdeh, aber ausgesprochen haben es alle immer "Ufd"... Die - wie sie sich ursprünglich nannten "Uncounted Faces Of Death" - sind so etwas wie das Flaggschiff (um mal einen herrlich unpassenden militärischen Ausdruck zu verwenden!) der Spät-Achtziger/Früh Neunziger Hanau Punkszene.

Keine Hanauer Band war krasser, härter und kontroverser. Und sicher auch keine bekannter in der internationalen Hardcoreszene. Und ganz gewiss auch keine eindrucksvoller und energiegeladener bei Liveauftritten. Ich glaube, ihre superharten, superkurzen Punkausbrüche mit einem Frontmann, der alles tat  ausser schöne Melodien zu singen - schreien, brüllen, röcheln, heulen, kreischen und sich dabei auf dem Boden wälzen, vorangepeitscht von dem unfassbar präzisen Höchstgeschwindigkeitsdrummer Jeff - konnten damals niemanden, der sie erlebte, unbeeindruckt zurücklassen, selbst wenn er mit den schweren Metalriffs, die UFD-Gitarrist Arno einbrachte, vielleicht nur wenig anfangen konnte (wie z.B. ich selbst, als ich zum ersten Mal irgendwann im Herbst 1987 im Hanauer Kultur-Basar live sah).





Das Wunderwort von der Authenzität muss hier zwangsläufig mal wieder bemüht werden, denn scheiße nochmal waren UFD authentisch in dem, was sie da taten!
Live verstand man zwar kein einziges Wort, aber durch die regelmässig bei Konzerten verteilten Textblätter wurden Themen wie Sexismus, Rassismus, und die sonstige Ausbeutung von Mensch & Tier (etcetera etcetera!) dem Publikum näher gebracht, als manchen der Metallica-/ Smiths-/ oder Depeche Mode hörenden Kids (wie uns!) im Publikum erstmal recht war. Politisierung durch künstlerische Mittel - immer noch die effektivste und nachhaltigste, die es gibt! Da UFD ihren Proberaum und ihre ersten Konzerte im "Haus" hatten - dem autonomen Kulturzentrum Metzgerstrasse in Hanau, das inzwischen seit über 25 Jahren (!) besetzt ist - stand die Band quasi als Sinnbild für eine damals politisch hochmotivierte autonome Szene und hatte dadurch eine Autorität, die viele (wenn nicht alle) anderen "Punk"Bands in der HU-Szene irgendwie beeinflusste.

Um mal kurz wieder in den autobiografischen Modus zu schalten, der mich ja schließlich immer wieder antreibt, dies alles hier zu schreiben: weder der abstruse Star-Trek Hit "Uhura" (siehe hier) von Asozialsky und Hatsch - eine direkte dadaistische Reaktion auf den Zwei-Sekunden-UFD-Klassikers "Es gibt wichtigere Dinge als in Frieden zu leben" - noch die musilalische Härte der Kaktuxxe in ihrer Anfangsphase (namentlich ihre erste Single "Fight The Nazi-Baby", siehe hier) wären ohne die direkte Beeinflussung durch das Phänomen UFD so denkbar gewesen!





Einen sehr umfangreichen Rückblick auf die gesamte UFD-History bietet deren myspace-Seite (von der auch die hier präsentierten Videoclips stammen), die gesamte Diskographie von UFD kann man irgendwo anders im Netz finden (wenn er will, kann der Herr Schlawiner den link zum entsprechendem blog bei den Kommentaren nochmal posten?).

Damit aber genug von meinen eigenen Worten! Das heute vorgestellte tape von UFD ist nämlich eine große Rarität, über deren Entstehung aus erster Hand berichtet werden soll. Deshalb schalten wir nun um zum EX-Sänger Norman, der freundlicherweise folgenden Text verfasst hat, der sich mit seiner Detailbessesenheit sehr elegant in das Labertaschen-Format dieses blogs einfügt! Bitte, Norman:

"Nachdem im Oktober 1988 Jeff (drums) zur Band gestossen war, hatte sich die langlebigste Besetzung (1988-92) von UFD gefunden: Jeff, Arno (gitarre), Roi (bass) und ich, Norman (gesang). Im Dezember 88 machten wir uns dann daran unser erstes offizielles Demo-Tape aufzunehmen. Mit dabei natürlich auch unser langjähriger Soundtechniker Steini.
Wir liehen uns also ein 4-Spur-Sony-Tapedeck - mein Gott, was für eine steinzeitlich anmutende Technik aus heutger Sicht - packten unser Equipment ein und machten uns auf den Weg nach Ravolzhausen in den Keller des Hauses von Roi´s Eltern.
Eine erste deutliche Erinnerung ist die Fahrt von Hanau nach Ravolzhausen. Aufgrund von plötzlich einsetzenden Schneefällen brauchten wir für die 10 km knapp 3 Stunden. Ohne Scheiss. Das zweite an das man sich erinnert war der äusserst knapp bemessene Platz des Aufnahmeraumes. (Ich erinnere mich nicht mehr, warum wir das eigentlich nicht in unserem Proberaum in der Metzgerstrasse gemacht haben?) Verstärker, Schlagzeug, Aufnahmeequipment plus 5 Personen in einem ca. 3x3 Meter grossem Raum. Wir nahmen Live im "Studio" auf, also alle Instrumente gleichzeitig und in dem winzigen Räumchen war an Bewegung überhaupt nicht zu denken. Die einmal eingenommene Position musste beibehalten weden, es wr unmöglich zu verhindern, dass alle 4 Mikros alle Instrumente gleichzeitig aufnahmen.
Unter diesen suboptimalen Bedingungen nahmen wir acht Stücke auf, die dann auf dem Tape noch durch drei Livestücke ergänzt wurden. Damals waren wir sehr unzufrieden mit der Soundqualität des Tapes, was dazu führte, dass die Aufnahmen nahezu unveröffentlicht blieben, auch deshalb, weil sich uns schon kurz darauf die Möglichkeit eröffnete, in Homburg an der Saar im Studio von 2Bad professionellere Aufnahmen zu machen. Wir haben damals nicht mal ein Cover oder Casettenlabels gemacht für die Tapes, es blieb eine schmucklose schwarze Casette ohne jegliche Aufschrift. (Anm.: Für die Wiederveröffentlichung auf unpop kam Norman allerdings nicht umhin, ein Cover zu gestalten, denn bei unpop hört das Auge mit!) Ich schätze heute, das wir ca. 20-25 Kopien von dem Tape angefertigt haben, die wir unter Freunden und Bekannten verteilten. Eine echte Rarität also.
Dabei handelt es sich um historisch bedeutendes Material, sind es doch die einzigen Studio- oder Proberaumaufnahmen, die von den Songs "Rich & Poor" und "Alte Bilder" existieren. Besonders interesant ist dabei "Alte Bilder", war es doch eines unserer wichigsten Lieder! Neben "Negerkussperversion" der einzige Song, der vom ersten bis zum letzten Konzert fester Bestandteil unseres Liveprogramms war. Es bildete immer den Abschluss und Höhepunkt unserer Gigs und Jeff zerlegte beim Finale regelmässig sein Schlagzeug. Der Text von "Alte Bilder" stammt übrigens von Jochen, unserem ersten Drummer. Im Download enthalten sind auch einige Scans von "zeitgenössischen" Textblättern, die wir damals auf Konzerten verteilten.
Aus heutiger Sicht wundere ich mich etwas, dass wir das Tape damals so schlecht fanden, der krachige Sound stört mich heute gar nicht mehr, schön roh und rauh, eigentlich genau passend zu den Songs die wir zu dieser Zeit spielten.  Ich selbst habe die Aufnahmen seit mindestens 15 Jahren nicht mehr gehört und geniesse die Zeitreise, und ich hoffe es möge einigen von euch genauso gehen. "

Download UFD "First Demo" hier: Mediafire

A1. Kinderaugen
A2. Makers
A3. Es gibt wichtigere Dinge...
A4. Negerkussperversionen
A5. Alte Bilder

B1. Heilige Dreifaltigkeit

B2. Frau
B3. Rich & Poor
B4. Aktion Sorgenkind (live)
B5. TAMITTTLIP (live)
B6. Bomben (live)





01 U.F.D. Makers

U.F.D. (Uncounted Faces of Death) | Myspace Video



U.F.D. were without a doubt the best known Punkband from Hanau in the late 8oies/early 90ies. You can read their complete biography in english at their myspace and find most of their tapes, 7''es and their LP for free somewhere else in the net. But what we have here is their very first demo tape, recorded on 4 Tracks and never properly released before. It even contains some songs that were never recorded again ("Alte Bilder", "Rich & Poor") and was donated by Ex- UFD singer Norman. Thanks a lot!

Mittwoch, 8. Februar 2012

Legendäre Hitzusammenstellungen

 v.a. - "Fremde Stimmen, schreiend" 
(C-90, KomistA, 1986)


KomistA's erstes Tape!


Mit diesem Kassettensampler fing alles an und ich freue mich, dass eine Kopie davon bei mir gelandet ist (eine Leihgabe direkt aus dem Archiv Robert Piesenecker, Danke schön nochmals!). Wie ich im letzten post über KomistA schon andeutete (siehe nämlich hier): this tape made me do it!

Der obskure Kassettensampler zweifelhafter Qulität fiel mir 1987 in die Hände und ließ mich mit ungläubigem Staunen zurück: darüber, was für unglaublich schräge fremde schreiende Stimmen offenbar in nächster Nachbarschaft - dem Einzuggebiet Hanau - lebten und Musik machten, und: wie genial einfach die Idee war, die alle auf einem einzigen Medium zu vereinen! Es war die allererste Kassettenveröffentlichung auf KomistA, ein Tape-Label, das die Brüder Claus und Wolfgang Sterneck gemeinsam betrieben, damals noch (mutmasslich) in ihrem Elternhaus in Maintal. Eine Menge weiterere Informationen zu KomistA, von den Machern selbst verfasst sind nach wie vor hier nachlesbar !

Die musikalischen Stile auf dieser Kassette reichen von ultrakurzen derben Hardcorepunkstücken über experimentelle Elektronik bis hin zu Pianomusik mit Frauengesang - der einzige gemeinsame Nenner ist, dass dir all die schreienden Stimmen hierdrauf fremd sind... (aber dann wieder - so funktioniert nämlich Musik - eben doch nicht fremd!). Dabei sind die meisten der Bands und Projekte auf dieser Kassette nie aus dem Bereich des Obskuren hinausgekommen.

Durch Recherche weiss ich inzwischen, dass bei Schulcore Claus Sterneck am Mikrofon stand, daß Hirnsäge die Vorläuferband von UFD - den "Uncounted Faces of Death" war, jene Hanauer Hardcore-Band, die sich einige Jahre später durch zahlreiche Tonträger und noch mehr Livekonzerte eine gewisse internationale Bekanntheit in der entsprechenden Szene erspielte (- und über die es hier demnächst noch einiges mehr zu berichten gibt!).
Deren späterer Sänger Norman war bei Hirnsäge noch an der Gitarre - und ist als The Norman auf "Fremde Stimmen, schreiend" auch mit einem Solo-Stück vertreten, über daß er mir eine Anekdote berichtet hat, die viel über die Arbeitsweise sowohl von den Musikern als auch von den Kassettenmacher dieser Compiltaion erzählt:

"the norman - das bin wohl ich, alleine mit meiner gitarre. aufgenommen hab ich das mit nem kleinen monocasettenrecorder in meinem kinder/jugendzimmer in der wohnung meiner eltern. die casette ist irgendwie bei wolfgang sterneck gelandet und der hats einfach auf den sämpler, war natürlich nie für ne veröffentlichung gedacht. der song heisst "huono" oder so, stimmts? das hat wolfgang ebenfalls im alleingang so bestimmt [;-)] es ist finisch und bedeutet "schlecht oder schlechter werdend" "


Mein persönliches Highlight damals waren aber Die Ärsche, die - im Vergleich zu den meisten Krachexperimenten hier - recht soliden Deutschpunkrock machten. Damals genau das Richtige für mich & meine Leute, und noch dazu die erste Punkrockband, die wir damals wirklich wahrhaftig live gesehen haben! Der Name schien mir immer auch eine lustige Anspielung auf die "beste Band der Welt" zu sein, die seinerzeit ebenfalls hoch angesagt waren bei uns. Jedenfalls: die Songs der Ärsche kopierte ich mir sogar auf einen eigenen Deutschpunk-Kassettensampler, der noch Jahre lang auf allen möglichen Tapedecks und Autoradios dröhnen sollte. Später sollte ich einige Bandmitglieder der Ärsche bei unser aller Hanauer Lieblings-Kult-Punkband der damaligen Zeit, den legendären The Swamp (siehe hier), wiedersehen. Wie es dazu kam, weiss der Ex-Swamp Bassist Christian zu berichten:

"Ärsche warn ne Schülerband von der Hola, alles eine Jahrgangsstufe und die gabs dann auch nur solang. Johannes Draxler v./ Christoph Sternal g./ Jens Breyer g../ Robert Wiedemann b./ Gerald Posselt d. Ich sollte ursprünglich singen, kann das aber nicht. Über Hanau kamen wir auch nicht hinaus. Aber auf so einer Schülerdemo auf dem Marktplatz lernte Gerald den Schulz kennen, der da auch spielte, und so ging die Geschichte weiter."


Fremde Stimmen, schreiend ( KomistA, 1986)

Seite A

01. schulcore - müller
02. schulcore - apartheid
03. schulcore - scheiss kohl
04. schulcore - müller
05. schulcore - scheiss thatcher
06. schulcore - jatetuote
07. schulcore - krieg
08. schulcore - müller
09. schulcore - müller
(Track 1-9 sind auf einem mp3, ungeschnitten)
10. hirnsäge - arschloch
11. hirnsäge - stinkis lied I
12. hirnsäge - stinkis lied II
13. hirnsäge - memoiren eines alten säufers
14. hirnsäge - tauber vogel
15. hirnsäge - stinkis lied III
16. die ärsche - die herren der kriege
17. die ärsche - die stadt
18. die ärsche - einmal leb ich nur
19. kollektiv VII - farce
20. kollektiv VII - manipulations-technicken
21. the norman - huono
22. ffs - fremde stimmen, schreiend
23. pogozei - pogozei
24. pogozei - no. 5
25. pogozei - kotzen
26. pogozei - noch'n lied
27. mathe ohne müller - m.o.m. 2
28. tote maschine - phase
29. und dennoch - es ist
30. volksmuzak - blume
31. volksmuzak - ein rhythmus

Seite B

32. seelische zangsjagge - es lebe der kommerz
33. seelische zangsjagge - so endet ein beatles lied
34. seelische zangsjagge - ruhe
35. schulcore - müller
36. schulcore - ei
37. schulcore - kaaos
38. schulcore - suruguhla
39. schulcore - hounontaa
40. schulcore - deine antwort
41. schulcore - krieg
42. schulcore - verkauft
43. schulcore - shit
44. schulcore - mörder
45. schulcore - einige momente
46. schulcore - nicht wichtig
47. schulcore - müller
48. schulcore - apartheid
49. zwei gestrige - selbstdisziplin
50. pogozei - demokratie
51. pogozei - justiz
52. die vergessenen - shanima
53. die vergessenen - komm lieber mai
54. die vergessenen - flohwalzer
55. die vergessenen - the end of the man
56. die vergessenen - tane-nomo
57. bakunin - gottespest
58. bakunin - chemische kriegsführung
59. bakunin - selektiv
60. bakunin - genozid
61. bakunin - frieden durch befreiungskampf
62. volksmuszak - aquarium
63. wäscht noch weisser (porentief) - erdrückende liebe
64. wäscht noch weisser (porentief) - mit dem produkt das bedürfnis produzieren
65. die ärsche - ärsche
66. die ärsche - tschüss
67. die ärsche - mein sohn
68. die ärsche - no name
69. mathe ohne müller - m.o.m.8
70. ffs - fremde stimmen, schreiend



Download 
Part 1 (A-Seite) hier
Part 2 (B-Seite) hier


Nachtrag April 2012:

Inzwischen haben sich im Archiv Robert Piesenecker auch die Beiblätter, die damals dem "Fremde Stimmen, schreiend"-Sampler beilagen, angefunden. Robert hat sie uns nicht nur alle gescannt, sondern auch noch mit ausführlichen und detailreichen Informationen aus seinem persönlichen Langzeitgedächtnis angereichert, die ich hier mal - zu euer aller Information - zitieren darf:


Fremde Stmmen, schreiend Beiblatt Nr.1


mein lieber torstn.
gut ding will weile haben! hier sind die scans von den fremde stimmen schreiend beiblättern die hoffentlich nicht dein postfach sprengen!
im original sind alle in din a4. hier gleich noch mehr oder weniger info dazu:
 
Blatt 1 und 2 sind allgemeine infos zum komista tape; Blatt 3 ist ein klassisches wolfgang-sterneck-1986-politik-pamphlet; könnte aber auch die beiträge von kollektiv VII & tiobo, tote maschine, und dennoch, volksmuzak, bakunin und wäscht noch weisser(porentief) begleiten.
diese 6 musikprojekte sind alle von wolfgang sterneck und meines wissens seine einzigen musikalischen aufnahmen, die sterneck jungs hatten diese trio casio keyboard!!! damit sind auch die ganzen stücke von wolfgang entstanden.
Blatt 4 könnte zu der gruppe "die vergessenen" gehören: die zeichnung ist von nicole (N), der damaligen freundin von wolfgang (W), cure sympathisantin und sängerin des one off projektes "die vergessenen". am piano war katja. nicole spielte später auch mit schulzz zusammen auf der schülerdemo auf dem hanauer marktplatz (fotos irgenwo bei meinem bruder im keller...)
blatt nr. 5 ist von deinen favoriten "die ärsche".


Seltenes Gruppenfoto der Hanauer Punkband DIE ÄRSCHE
die nr 6 gehört zur seelichen zwangsjagge. dieses war auch nur an einem tag zusammen u.a. mit norman (später ufd) und stinki (markus fleck der haus und hof grafiker der sternstrasse und auch verantwortlich für den bühnenhintergrund im haus). Norman erzählte damals, dass seine mutter den staubsauger keinesfalls für konzerte ausserhalb der heimischen wohnung zur verfügung gestellt hätte...
blatt 7 ist von hirrnsäaje - wieder mit flecki & norman, jochen (1. ufd drummer) und der abgefahrenen mischa truka...



Pogozei: Die Orginalbesetzung
(aus den Beiblättern)

auf blatt 8 das highlight: pogozei. mit roi (später ufd bassist) sven (später so manche session im haus mit dem engländer, flecki, mir etc.) und so manche session mit günter und dem pogozei drummer robert (später on, suffering from a hangover). pogozei (den namen fand ich auch seinerzeit schon grenzwertig und war auch nie ein freund von deutschpunk) gab es ca. 1/2 jahr und wir hatten sogar auch einen auftritt und zwar in der fankfurter landstr. 20 (u remember?)
. (Anmerkung tvuzk: i remember - die wohnung, in der ich selbst von 1997-2002 wohnte, ohne etwas von ihrer quasi mystischen Vorgeschichte zu wissen!)
ich habe da ja auch mal residiert und da gab es dann eine party in meinem zimmer mit pogozei und auch schulcore (mit claus sterneck) live und laut!!! gibt sogar fotos davon. von dieser party haben es sogar ein paar lieder von schulcore auf die erste komista split 7" geschafft! das single cover natürlich von flecki... nach pogozei habe ich dann einige monate mit punky, robsie richter und evtl. auch jan hagenkötter(?) musik gemacht. die band hiess je nach datum two after 84, three after 84...etc. da habe ich auch noch kuba wandschmierereien mit bandlogos abfotografiert...  das "design" des pogozei blattes stammt übrigens auch von mir (mamm -merz anti merz merz)...
schliesslich noch #9: "the norman" dessen eines portrait auf dem blatt mich sehr stark an den avatar seines blogs erinnert...
 


The Norman (aus den Beiblättern)

so, genug von dem wunderbar, herrlich sentimentalen 80er overkill! schade das es dazu keine tv-chart-show bei den privaten gibt. hätte eigentlich auch alles direkt in deinen blog schreiben können.
liebe grüße bis bald hoffentlich - robert piesenecker (nicht riesenecker!)
 
ps. habe die dinger mangels eigenem scanner bei meinem vater gescannt: er war ganz angetan wie du dir vielleicht vorstellen kannst.


Die komplette Sammlung aller Beiblätter kann man jetzt hier runterladen (jpg,300 dpi)! Vielen Dank Robert für diesen ausführlichen Beitrag - ich habe das Gefühl, dein Archiv und dieses Seite werden auch in Zukunft miteinander zu tun haben (toll wär's!).

 v.a. - "Der K-R-S-Sampler"(C-60, RJT, 1988)

Die "Hola" - die Hohe Landesschule Hanau war - und ist - eines der beiden Gymnasien in Hanau, die sich seit - ich schätze immer -  gegenseitig Konkurenz machen. Ich selbst ging auf das andere Gymnasium - die "KRS", die Karl-Rehbein-Schule. Und ich erinnere mich genau, dass ich den "Fremde Stimmen"-Sampler als "Hola-Sampler" wahrnahm (möglicherweise, weil der Freund, der ihn mir geliehen hatte, dort zur Schule ging und das tapes dort in der Schule erworben hatte?). Das ist insofern interressant, weil ich als damaliger Chefredakteur der KRS-Schülerzeitung in diesem Kontext erstmals die Idee hatte, selbst eine tape-Compilation zu veröffentlichen: Den K-R-S-Sampler!

Eine Karl-Rehbein-Schule-Compilation von 1988

Wohl in der Hoffnung, eine Band wie Die Ärsche auch auf der eigenen Schule zu entdecken, stellte ich 1988 als einmalige "Beilage" zur Schülerzeitung eine C-60-Audio Kassette mit Musik von Bands und Projekten von Schülern der Karl-Rehbein-Schule zusammen. Diese - nicht ohne Grund - seit fast 25 Jahren nicht mehr gehörte Compilation zeigt eine völlig andere Interpretation von fremden Stimmen, die hier auch nicht wirklich schreien, sondern sich zweifelhaftem Weichspüler-Pop, Frühformen von Techno (bevor der erfunden war) und dem Blues, immer wieder dem Blues hingeben. Ja, die demokratisch zusammengetragene Tracksammlung ("jeder darf mitmachen, wenn wenigstens ein Bandmitglied auf der KRS ist") ist in einem Wort zusammengefasst: scheusslich.

Der objetiv beste Track auf dieser Kassette stammte von Sedat Gündüz, einem Schüler, der die allerersten Versuche auf seinem neugekauften Yamaha-Keyboard aufnahm und einsendete. Dieses Stück ist so dilletantisch, unstrukturiert und schlecht - und eben doch "herausgebracht" - dass es von vorneherein 10000 Zusatz-Authenzitäts-Punkte einheimst, egal wie sich die Blueser oder die Jungs an den klassischen Gitarren auch angestrengt haben mögen. Ein Paradebeispiel für "So schlecht, dass es schon wieder gut ist"!!


An meinen Wunsch, so etwas wie Die Ärsche auf unserer Schule zu entdecken, kamen allenfalls Stretta heran, eine legendäre Hanauer Trash Metal Band, die immerhin bis 2000 existiert hat - aber mit Trash Metal konnte ich noch nie wirklich was anfangen und deswegen war die Freude über solch durchaus subversive Sounds auf meiner Compilation eher gedämpft... (Stretta haben immer noch eine informative Webseite, siehe hier. Dort konnte man auch alle Demos der Band runterladen - zur Zeit jedoch nicht, weil sie ihren Stoff bei Megaupload hochgeladen hatten! Scheiss FBI!!)

Glück Gluck Glück
Ach so, und noch eine andere Band vom K-R-S-Sampler sollte hier Erwähnung finden: auf dieser Compilation befinden sich zwei Stücke von Glück Gluck Glück, dem 80-er Jahre Kassettenprojekt von mei'm Bruder Raul und mir - die einzigen Stücke, die wir zu Lebzeiten unserer Band je in einer größeren Stückzahl (immerhin 50 Stück) veröffentlich haben. Einen der Songs, "Der Sinn", spielten wir auch später noch als Asozialsky und Hatsch (und kann auch auf diesem tape gefunden werden!). Passt also, wenn dies auch die ersten beiden Stücke sind, die hier auf unpop von Glück Gluck Glück zu finden sind. Weitere werden noch folgen, irgendwann!





Der K-R-S-Sampler (1988)

A1. Just 4 - Zart
A2. Just 4 - The Crystal of Salt
A3. Just 4 - The Promise
A4. Crossroads - Depressive Cities
A5. Crossroads - Sweet Home Chicago
A6. Kurt Schellhaas & Henning Vogel - Toccata
A7. Kurt Schellhaas & Henning Vogel - Duo Concertante
A8. Kurt Schellhaas & Henning Vogel - Tango
A9. Sedat Gündüz: The First Try

B1. Bluesedelic - E String Blues
B2. The Random Melody Project - Pappet-onna-String
B3. The Random Melody Project  - Electronic Arena
B4. The Random Melody Project - Medien Echo
B5. Glück Gluck Glück - Der Sinn
B6. Glück Gluck Glück -  Neunzehnhundertachtundachtzig
B7. Stretta - Stretta
B8. Stretta - Into the Abyss
B9. Stretta - Coroner
 

Download hier


(Danke an Robert, Norman & Christian für Informationen!!)

Here are two very different examples of old tape compilations from the eighties that were important for me. The "Fremde Stimmen, schreiend" tape was the first release on the legendary tape label "KomistA" and I was delighted when I first heard it because I realized all you had to do was to get together all the guys doing more or less interesting noises and put them all on one tape and suddenly it all was interesting!!  From there I started do do my own tape label "schweinehundtapes" some years later. My first compilation tape however was the "K-R-S-Sampler", a compilation made for the school magazine i was publishing then.  It contains a lot of bands of all styles - but in no way as radical as those on the KomistA tape. Most of these Pop/Electronic/Blues-bands here are pretty boring and uninteresting if you listen to the tracks today. But regarding the beautiful unpop-media universe, there's one important thing about this tape: it contains the only two ever released tracks by  "Glück Gluck Glück" the band/ tape project by me and my brother Raul (which aren't too good as well but are of historical importance! For me at last!).

Donnerstag, 2. Februar 2012

"Die Sex Pistols waren ja gar keine richtigen Punks"

Ein kleines Wunder aus der Welt der privaten Pop-Archäologie: Nachdem er ein Jahrzehnt lang als verschollen und das Orginal-Masterband als gelöscht galt, ist eine fast vollständige Kopie des (wenigstens für uns) legendären Asozialsky und Hatsch-Spielfilms „The Great Rock‘n‘Kohl Schwindl“ von 1988 aufgetaucht. Leider sind die ersten ca. 5 Minuten dieses Filmes überspielt worden, aber unter Verwendung eines ebenfalls aufgetauchten Bandes mit Outtake-Szenen konnte ein alternativer Anfang geschnitten und der verlorengeglaubte Film zu neuem Leben erweckt werden.


"The Great Rock'n'Kohl Schwindl": Die DVD

Den Film „The Great Rock‘n‘Kohl Schwindl“, der die schier unfassbare Karriere einer durch und durch unglaublichen Zwei-Mann-und-ein-Drumcomputer-Punk-Band namens "Asozialsky und Hatsch" - auch von der entmenschten Seite - beleuchtet, drehte die Band gemeinsam mit einigen Freunden und einigen befreundeten Bieren in ihrem Elternhaus.  Im Jahre 1988, zu Zeiten der Schreckensherrschaft von Helmut Kohl. Angereichert sind die fiktiven Spielszenen mit schlecht ausgeleuchteten Orginal Livemitschnitten von Konzerten der Asozialsky und Hatsch "Fuckin' For Fleischmann 1988"- Hessentour, die sie auf die Bühnen so berühmter Rock'n'Roll Spielstätten wie etwa das Anglerheim Oberissigheim oder den Partykeller von Fisch führte. Ausserdem zeigt der Film die einzig existenten Filmaufnahmen des noch viel berühmteren Kultkaninchens Fleischmann.


Kultkaninchen Fleischmann auf DVD!

 
Now NOT on youtube!
Angereichert mit etlichem Bonusmaterial ist der Film ab nun auf selbergebrannter DVD bei unpop-media erhältlich. Als Hommage an den echten Untergrund aus der Zeit vor dem internet ist er jedoch ausschliesslich über die direkten Kanäle zu beziehen: kein Vertrieb, kein Download, kein youtube. Wer ihn will, muss sich melden! Wie früher.

 
A&H schreiben einen Hit

  
„The Great Rock‘n‘Kohl Schwindl“
Ein Punkrockfilm von 1988. Länge: 41 min. Farbe!
Mitwirkende: The Asozialsky und Hatsch, Karsten Viscious, 
Fisch, Jenz, Sören, Lara. 

Regie & Musik: The Asozialsky und Hatsch.
Restauriert, repariert und digitalisiert von Torstn Kauke 2009.

Bonus Features:
  • „The Great Rock‘n‘Kohl Schwindl“ - Outtakes, die eigentlich niemand  sehen will (8:39)
  •  The Asozialsky und Hatsch - Live at Fisch‘s, Hanau Mittelbuchen, 5.11.1988 (40:33)
  • The Asozialsky und Hatsch - Live im Anglerheim, Oberissigheim, 3.12.1988 (16:41)
  • Eindrucksvolle Diashow mit Filmstills, Livefotos, Musik und anderen Dokumenten aus der völlig verrückten Asozialsky und Hatsch-Punkrockwelt von 1988
 
Drogen, Sex und Punkrockmusik
 
Ihr dürft ihn "Fränk" nennen!

A&H präsentieren ihr neues Livealbum (siehe hier)

 
P.S. - Das Zitat aus der Überschrift zu diesem post stammt übrigens von A&H- Bassist Hatsch - aus dem Orginal Anfang des Filmes, der leider gelöscht wurde. Mehr rückt das Langzeitgedächtnis davon nicht mehr raus, aber da dieses Zitat Konzept, Inhalt und Moral des gesamten Filmes in wenige Worte zusammenfasst, wollte ich es euch auf keinen Fall vorenthalten.

Ein bisschen doch auf youtube: Hier ein Asozialsky und Hatsch Live-Mitschnitt, der auch im Film vorkommt:




DVD-Release of the legendary lost Asozialsky und Hatsch-Punkrock movie "The Great Rock'n'Kohl Schwindl", filmed in 1988 and then lost for nearly 10 Years until a copy of it resurfaced somewhere. This DVD-Release is a hommage to the 'real' underground: it's not available anywhere except at unpop. No download and not on youtube (except for the short clip above). Something you can't have too easily!


Dienstag, 7. Juni 2011

Die gute alte Hanauer Abflussmusik

HU Punk History Part 10

Down The Drain - Demo 1991 & Demo 1988 (C-60 & C-15, no
Label)


Und heute ist mal wieder mal Lokal-Geschichtsstunde bei unpop.
Mit einer weiteren Band aus dem Pool alternativer Indiebands in Hanau, Ende der 80er, Anfang der 90-er, die einigen Einfluss auf die Bands
hatten, in denen ich zu dieser Zeit beschäftigt war...


Bei Down The Drain sogar massgeblich - in Form ihres ersten Schlagzeugers Paul, der, nachdem er bei Down The Drain rausgeflogen war, in der Spätphase unserer Punkband Asozialsky und Hatsch den Drumcomputer ein knappes Jahr lang am echten Schlagzeug ersetzte (eine Anekdote, die man hier nachlesen kann).

Down The Drain waren eine der ersten lokalen Punk- oder Darkwavebands, die ich in meinen Heranwachsensjahren kennenlernte bzw. live erlebte. Eine Band, die es richtig ernst und profesionell meinte und mit dunklen Postpunk-Songs daher kamen, die für mein damaliges Verständniss (und rückblickend auch heute noch) internationales Niveau hatten und kein bisschen provinziell klangen.
Ich weiss noch, wie wir bei Konzerten den schleppenden, dunklen Sound, den die Band auf der Bühne veranstaltete, oft mit offenen Mündern atemlos zuhörten. Oder ich weiss nicht: vielleicht haben wir auch geatmet dabei - beeindruckt waren wir aber auf jeden Fall.

Wesentlich beeindruckter jedenfalls, als es der Nachruhm der Band im internetz vermuten lässt. Denn es ist erstaunlich, wieviele Bands sich da draussen Down The Drain nennen.

Auf der Suche nach irgendwelchen Infos um meine Erinnerungen aufzufrischen, fand ich zwar etliche Band und myspace Seiten von Down The Drains, aber weder Down The Drain noch Down the Drain noch Down The Drain oder etwa Down The Drain sind die Down The Drain, um die es hier geht: Down The Drain aus Hanau nämlich.

Von deren glanzvollen Taten scheinen nur noch ein paar Nebensätze in den jeweiligen Biografien der ehemaligen Musiker auffindbar - etwa bei Ex-Gitarrist Robert: "Seine Gitarre war das Aushängeschild der bekanntesten Indie-Band von Hanau „Down the Drain“, die 5 Jahre als Profi-Band durch Deutschland reiste, und u.a. als Vorgruppe von „Lemonheads“, „Dougboys“, „Dinosaur jr.“, „Rich Kids on LSD“ und „Jingo de Lunch“ ihre größten Erfolge hatte...", beim ehemaligen Bassisten Pesö:
"Zuvor hatte Pesö, der bereits seit 1980 Musik macht, vor allem in der legendären Hanauer Formation Down The Drain gespielt. Seit 1997 ist er allerdings nur noch solo unterwegs und hat als Straßenmusiker die ganze Republik bereist."
oder beim Ex-Down The Drain Schlagzeuger Jens:
"...seines Zeichens Weapon-Officer und Beat-Commander auf dem legenderen Raumschiff "Down The Drain".
Und ob der Kopf, Songwriter und Ex-Sänger von Down The Drain heute Jacques Brel Chanson interpretiert, kann ich nur mutmaßen, seine Online-Bio verrät darüber nix. Aber da Ulf nach dem Ende von Down The Drain Mitte der neunziger Jahre nach Hamburg gegangen war, lässt sich das schon vermuten.
(Nachtrag: richtig vermutet, vergl. Kommentare!)


Ja, liebe Kinder, so spärlich können die Infos von eurem Cassettenonkel sein, wenn er die Protagonisten nicht (mehr) so richtig persönlich kennt und all das auch nur aus der Perspektive des Publikums miterlebt hat - vor, wie gesagt, 20 Jahren.

Trotzdem hat er aber natürlich noch das damals bei einem Auftritt erworbene 1990/1991-er Tape von Down The Drain im Schrank, das hoffentlich wieder ein paar alten Männern (und Frauen??) in Hanau (oder annerswo) die Tränen der Nostalgie in die Augen treiben wird. Und wenn das nicht, dann ja wohl spätestens das nochmal 3 Jahre ältere 1988-er Demotape (das damals Paul in seine Bewerbungsunterlagen gepackt hatte, als er sich um die Asozialsky und Hatsch-Drummer-ABS Stelle bemühte).

Download "Down The Drain 1991"

Download "Down The Drain 1988"

Würde mich aber freuen, wenn dem ein oder anderen Lesern noch weitereführende Anekdoten oder links zu diesem Thema einfallen - ihr wisst ja hoffentlich, wie man die Kommentar-Sektion bedient?? Insbesondere würde mich interessieren, ob es noch mehr tapes von Down The Drain gab - bzw. noch besser: gibt. Darf man dann nämlich gerne digitalisieren und mir zukommen lassen!

Nachtrag 4.7.2011


Ja, facebook natürlich wieder... Ob man es hasst oder aber (wie ich - nach all den Hasstiraden - seit letztens) liebt, man trifft sie dort früher oder später alle... Wie z.B. Jens, Ex-Down The Drain Schlagzeuger, der mich neulich im Chat mit wichtigen weiterführenden Infos zu diesem post versorgte. Hier ein Ausschnitt aus dem "Chat-Interview" mit ihm:

Jens Jeck: Coole Sache!
Übrigens Demo 88 Lied A1 heist persuasion. Bei den anderen muß ich noch nachdenken.
torstn: sehr gute informationen! weiternachdenken!
J: A2 Heißt Smoke Screen B1 hieß XHM was immer das auch heißen soll.
T: fehlt nur noch B2....los komm, das fällt dir auch noch ein!
J: Sehr cool das Demo von 88. Der Sound ist voll Authentisch. Das haben wir doch tatsächlich in der SAE Ffm (Damals noch in der Taunusstr.) aufgenommen. Was hätten wir für Cubase gegeben.
Nee stimmt ja gar nicht. XHM war ein Liverecording vom Pfingsttreffen von 88
B2 ist der Rest von "Waiting und der Anfang von Dont you worry
T: super! ich hoffe, du hast nix dagegen, wenn ich deine infos demnächst in einem update für den DTD-post als eine art "interview" verwende??
J: Nee mach nur. Ey wende Dich doch mal an Robert. Der hat noch soviel Zeug von uns. Auch Videos vom Jugendzentrum Gelnhausen und vom Kuba.
T: Weisst du auch noch denTitel von A6 auf dem 91-er Demo ???
J: Ich schaue nach
Yeah. das ist Massacre Part 1. War übrigens der Jeff an der Schießbude. Ich hatte ne Zeit geschmollt, weil die Jungs nicht nett zu mir waren ;-)
T: Das ging den DTD Schlagzeugern immer so, was ? (ich denk da an anekdoten, die paul damals erzählt hat...)
J: Die A-Seite vom Demo 90-91 ist im Parkhaus vom Falk (united Power Fields) und Thorsten Adam aufgenommen worden. Die B-Seite ist Live in der Mehrzweckhalle Mittelbuchen. Das hies damals Independent Festival.


Jens macht natürlich auch immer noch Musik und freut sich über Besuch von euch auf seiner myspace-Seite !


Der Vollständigkeithalber
nun also die komplette tracklist der beiden DTD tapes:

Down The Drain - Demo 88

A1. Persuasion
A2. Smoke ScreenB1. XHM
B2. Waiting/Don't You Worry



Down The Drain - Demo 90/91

A1. Honeymoon is over
A2. Loveline
A3. The Sponger
A4. Lost in town
A5. Nice price cops
A6. Massacre Part 1B1. Menkind
B2. Strings of Glory
B3. Devil on your head
B4. Red hot punk
B5. Last night with you
B6. Massacre


Here are two old and rare tapes by Down The Drain from Hanau who were one of these local Postpunk/Darkwavebands that influence your own musical development without you're even realizing it. Well, if their ex-drummer plays almost one year in your own band, maybe you're realizing it... Down The Drain is a very common name for a band or a band or a band or a label these days, but you can't find almost anything about these Down The Drain from Hanau. Well until now, that is...:
-)

Montag, 3. Januar 2011

This is Gymnasiastenpunk - live im Wohnzimmer 1988


HU Punk History Part 9
:


The Asozialsky und Hatsch:
"Fuckin' For Fleischmann - Live 1988"
(C-60 + C15 bonus tape, 1989, "Red Jacket Tapes"/
schweinehundtapes)



Diese Vergangenheits-Bewältigungs-Punkrock-in-Hanau-Serie findet heute ihre Fortsetzung mit einem ganz und gar erstaunlichen Zeitdokument aus ganz ganz anderen Zeiten: Asozialsky & Hatsch live!



Nachdem unsere Gymnasiastenpunk-Kapelle mit ihren absurden tapes (Verkaufspreis 1.- DM!) seit Herbst 1987 einen richtigen kleinen Fankreis erringen konnte (siehe hier), war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir das auch mal live bringen würden.


Und als dann, am 16.4.1988, Raul's Schulkamerad Thomas Kittel zu Hause
sturmfreie Bude hatte, wurde dieses Vorhaben gnadenlos in die Tat umgesetzt, in dem man das gutbürgerliche Elternwohnzimmer kurzentschlossen in einen Konzertsaal umfunktionierte. Dann den gesamten größtenteils noch minderjährigen Freundeskreis zum Bier- und Schnapstrinken eingeladen und einer tobenden Teenagerparty, wie sie kein Ärztesong besser beschreiben könnte, stand nichts mehr im Wege!

Wie man den ausgebleichten Fotos vom Event ansieht, die aus den tiefsten Gewölben des Schweinehund-Archivs
hervorgekramt wurden (und hier zum ersten Mal veröffentlicht werden - das hatten wir uns bisher selbst noch nicht getraut...), ging das Konzept auf, alle hatten eine Menge Spass und Rock'n'Roll hatte wieder mal recht behalten...

Asozialsky & Hatsch Live 16.4.1988

Asozialsky & Hatsch Live 16.4.1988

Betrunkene A&H Fans

"Fuckin' For Fleischmann - Live 1988" fasste die Höhepunkte dieser Konzertreihe - also neben der Musik natürlich auch die intressanten bis besoffenen Kommentare der enthusiastischen Asozialsky und Hatsch Fans- auf einer sechzig Minuten Cassette zusammen . Recht eindrucksvoll, wie man 23 Jahre später sagen kann und muss. Hier gab es Spektakuläres !

Entwurf für einen nie realisierten Tour-Button:


Das Intro - "Overtüre zur besten Liveband des Universums" - war natürlich von den Ärzten beeinflusst, die ein fast gleichnamiges Stück auf ihrem 88'er Livealbum hatten.. - unseres allerdings ist von Dieter Bohlen produziert!
Das wurde immer vor unseren Auftritten gespielt und ist, nun ja, eigentlich nur eine sehr schlechte Modern Talking - Collage ("Mash Up" sagt man heute). Aber bereits 1988 war Modern Talking das allerkrasseste und ging gar nicht! Und genau deshalb war dieses Intro irgendwie ziemlich Punk....


Flyer für das A&H Dezemberkonzert 1988:

Neben famos gespielten Liveversionen unserer Lieblingshits (und wüsten Publikums-beschimpfungen!) hagelte es ein paar starker Exklussivtracks: Zum Beispiel ist hier der einzig anderere Asozialsky & Hatsch-StarTrek Song ( - ich meine, neben dem altbekannten A&H Hit "Uhura") zu finden - "Käpt'n Körk" ist nur auf diesem Tonträger erschienen! Ebenso das New Age-Stück "Die Kartoffel", das Lied aus der Zeit, als wir selber noch Tiere waren ("Ich bin ein Pferd") und die drei Coverversionen"The Sun Always Shines On TV" (A-ha), "Passo Duble" (fragt nicht von wem, schaut's euch hier an) und "Hurra Hurra, die Rehbein brennt" (- was natürlich der alte Schul-Hit von Extrabreit ist, umgeschrieben auf unser damaliges Gymnasium, der Karl-Rehbein-Schule in Hanau...).
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch das Stück "Vor 1000 Jahren (Pseiko Version)". Diese Version vom Sylvester 1988 (auch noch unter Pseudonym gespielt als die New-Wave-Band "Raul und die lebendigen Rhythmusmaschinen")
enthält nämlich das berüüüüüühmte lange Basssolo von Raul, das jedesmal länger wurde und aus einer krude Mischung von Kinderliedmelodien und aktuellen Wave/Punk-Hits aus diesen Tagen (Joy Division/Ärzte/Sex Pistols) bestand. Fragense jetzt nur nicht, wieso, aber das war "einfach nur Kult", wie man damals zu sagen pflegte.Ein Prädikat, dass ich im übrigen der gesamten Kassette zuschreiben würde (...was soll ich sagen? Ich hab die selbst seit 20 Jahren nicht mehr gehört und muss sagen, man hätte seine Jugend auch wesentlich uncooler verschwenden können als so, wie wir es haben!)



Entwurf für einen nie realisierten Tour-Button:


"Fuckin' For Fleischmann - Live 1988" steckte seinerzeit in einer opulente Kunststoff-Kassettenbox mit vielen Zetteln und einer Bonus "Maxi" (also einer C-15 Cassette), die weitere interessante Aufnahmen aus dem Jahr 1988 enthielt, vor allem 2 Stücke mit Matze Schmidt (der Mann hinter 38317 !) an den Trommeln, aufgenommen im vollmikrofonierten Proberaum seiner damaligen Blues(!)-Band. Die restlichen Bonus-Tracks sind eher doofe allererste 4-Spur Versuche. Verkaufspreis lag bei 3.- DM, teurer wäre ja Wucher gewesen... (so war unsere Geschäftspolitik jedenfalls seinerzeit - heute kriegt ihr das alles von uns geschenkt!).

Asozialsky & Hatsch:
FUCKIN FOR FLEISCHMANN - Live 1988

A1. Overtüre zur besten Liveband des Universums (D. Bohlen)
A2. Asozialsky & Hatsch Theme #2
A3. Unser bester Freund
A4. Frunk
A5. Demonic and the livin' Dead
A6. A-ha (The Sun Always Shines On TV) (A-ha )
A7. Tieretöten ist ein Arsch
A8. Uhura
A9. Ädz
A10. I Love You
A11. Käpt'n Körk
A12. Uhura (Extended) / Passo Duble
A13. Balloons
A14. Hurra Hurra, die Rehbein brennt (Extrabreit)

B1. Sodomie
B2. Weltuntergang
B3. Die Kartoffel (New Age Musik)
B4. Dr. Prof Dietzenbach
B5. Liebeslied
B6. Wenn der Mond scheint
B7. Vor 1000 Jahren (Pseiko Version)
B8. Ewald F.
B9. Ich bin ein Pferd
B10 Summertime
B11. Porno in Schlumpfhausen
B12. Der Sinn
B13. 1 Prinzip


FUCKIN FOR FLEISCHMANN - Bonus Tape

A1. Unser bester Freund (Kassel-Version, drums: Matze Schmidt)
A2. Der Sinn (Kassel-Version, drums: Matze Schmidt)

B1. Viele Probleme in der Republik (doch wir trinken Bier)
B2. Der Ausflug (acapella)
B3. 1 Prinzip (akustisch)
B4. Summertime (akustisch)


DOWNLOAD hier:

mediafire



Asozialsky & Hatsch: FRUNK (Live 3.12.1988)

Der Autor dieses Blogs als Asozialsky, Live 16.4.1988
Asozialsky & Hatsch Live at Kittel's Wohnzimmer 16.4.1988

This is live, this is real, this is punkrock! This is a compilation tape of the best Asozialsky & Hatsch living room concert recordings from 1988, when we were soo young (but not really innocent anymore...as you can see clearly in the never before shown pictures). I haven't heard it for about 20 years and i'm really surprised how funny, rough and...yeah, punkrock this still is today (or maybe even better today!). You can find some covers of A-ha, Extrabreit and Passo Doble (...don't ask, watch) songs here.
Every STAR TREK fan who has already heard our unbelievable hymn "Uhura" will be delighted to find the legendary lost other STAR TREK song by Asozialsky und Hatsch here: "Käptn Körk" ("Capt'n Kirk"). The world may not know yet - but this is a true classic of westeuropean secondary school punk straight from the west german eighties. Aber voll, ey!