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Mittwoch, 18. Juli 2012

Frühe Abenteuer der Verlassenen


HANAU PUNKROCK HISTORY PART Soundsoviel:

Forsakes - "Early Demo Tapes 1991" (unveröffentlicht)

Forsakes - "Wrong" (C-30, No Label, 1992. Reissue: schweinehundtapes 1993, sht022)

Forsakes live 1993

So - ich finde es wird Zeit, mich hier wieder mal historisierend zu betätigen und der wahrscheinlich niemals endenden Saga von den wilden Punkrocktagen meiner verschwendeten Jugend in Hanau ein neues Kapitel hinzuzufügen.

Und was für ein Kapitel!
Denn hier kommen die Forsakes - die Urformation jener Hanauer Punk- (oder "Grunge"? Oder "Alternativ Rock"?)-Band, die es schliesslich, Jahre später und nach einigen Umbesetzungen, unter dem Namen "Seesaw" am "weitesten" von uns allen gebracht hatte, mit Major-Plattenvertrag, Tourneen, Festivalauftritten und was weiss ich noch alles.

The Forsakes - den Name fand ich immer ganz schön seltsam, denn sie nannten sich nicht "The Forsaken" oder "The Forsaking" oder sowas in der grammatikalisch korrekten Art sondern eben "The Forsakes", was sich also in etwa als "Die Verlässt" übersetzen ließe, wenn man kleinlich sein will (will ich aber nicht). 

The Forsakes also entstanden aus den Resten der legendären Funpunk-Kapelle "Die Schwiegersöhne", bei denen der Linus Volkmann (vom Intro) Sänger war (und deren nur unter Vorsicht geniessbares Gesamtwerk seit Jahr und Tag hier zu finden ist).

Die Ex-Schwiegersöhne Lothar Müller (git, voc) und Christian Horn (bass) planten nach dem Ende dieser Band einen neue Formation und fanden in diesem Plan Unterstützung von niemand anderem als Frunk, dem Ex-Schlagzeuger der No Funny Handtoys/Asozialsky und Hatsch (- also die Bands in denen ich selbst und mein Bruder Raul die Chefs waren). Wie unser Schlagzeuger Frunk damals aus dieser unsren kleinen Band durch Umstände wie Zeit und Material rausgemobbt wurde, habe ich ja auch schon ausführlich berichtet, und zwar genau hier.
Seit Herbst 1990 probte die neue Band also zusammen, und zwar, soweit das mein Langzeitgedächtnniss noch zusammenkriegt, im ehemaligen Friseursalon von Christian Horn's Mutter, dem legendären echten "Salon Exquisit". 
Mitte 1991 hatte das neuformierte Trio schliesslich genügend Songs geschrieben und einstudiert, daß es für sie an der Zeit war, diese für ein erstes Demo-Tape auf Magnetband zu bannen. Und wen fragte man anno 1991 in Hanau, ob er diesen Job für einen erledigen könne? Na klar, den Chef vom "Inneren Schweinehund" und dem dazugehörigen Tape-Label "Schweinehundtapes". Und der war ich.

So kam es also, dass sich die Forsakes an einem Juli-Wochenende 1991 mit ihren Instrumenten und ihren Songs im Turmzimmer des berühmten Hanauer Schloss Phillippsruhe einfanden. Denn dort hatte die Künstlergruppe KIX bekanntlich einen elfenbeinturmartigen, feudalen Proberaum, wo sie mit ihren Bands Kaktuxxe, Fishkicks und Holly Golightly probten, und das oftmals bis spät in die Nacht (wenn sie dort keinen anderen, verbotenen Unsinn trieben!).

Dort spielte die Ur-Besetzung der Forsakes also - unter meiner "Tonregie" - ihre allerersten Demoaufnahmen ein. Live auf zwei Spuren aufgenommen und mit Gesangs-Overdubs versehen war das natürlich immer noch die denkbar trashigste Aufnahmemethode, aber wir waren jung und anspruchslos bzw. hatten weder Ahnung, wie man es besser machen konnte, noch Geld für das dafür erforderliche Aufnahme-Equipment.

Ach richtig - und es gab auch noch einen weiteren Grund, diese Aufnahmen zu machen, plante ich doch zu dieser Zeit die Veröffentlichung meiner enthusiastischen Compilation-Kassette "Der zweite innere Tapesampler", auf dem ich auch unbedingt ein Stück der Forsakes haben wollte. Und da sie keines hatten, musste ich es also selber aufnehmen. Ihr damaliger Hit "K.W.", aufgenommen während dieser Session, fand sich dann natürlich auch auf diesem Sampler (wie man hier detailreich lesen und hören kann ) - und ist wohl auch das einzig jemals 'offiziell' veröffentlichte Stück aus dieser Aufnahmesession.


Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Christian Horn am Bass.

Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Frunk.
Obwohl der Sound also eher scheiße ist, obwohl die Band noch längst nicht so eingespielt klingt, wie sie es später - vorallem mit ihrem zweiten Gitarristen Matze - war, obwohl die Gesangslinien bei Lothar streckenweise noch nicht hundertprozentig sitzen und obwohl Frunks Charme immer größer als sein Schlagzeugspiel war (- nur der Horn macht hier schon alles richtig!) - trotz all dieser 'künstlerischen' Vorbehalte, die man diesen Aufnahmen entgegenhalten könnte... - ich finde, man hört bereits hier das gewaltige Potential und das "echte" Pop-Appeal heraus, das die Band später eben zur beliebtesten und erfolgreichsten Band aus unserem kleinen Provinzsumpf machen würde.


Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Lothar Müller.

Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Der Herr Produzent Torstn Kauke.

Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Lothar Müller beim hängen.

Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Frunk beim hängen und essen.

Natürlich bin ich da stolz, derjenige zu sein, der die ersten Gehversuche dieser Band aufgenommen hat! Und nachdem mir nun neulich das Masterband dieser Session unter kam, dachte ich mir: nach 21 Jahren kann man das doch wirklich mal der (imaginären oder tatsächlich existierenden?) sehnsüchtigen Menge alter Forsakes-Fans zum Frass vorwerfen, oder? Guten Appetit dabei!


Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Zaungast Raul will nicht gefilmt werden.

Forsakes' erste Demo-Session 13.7.91.
hier: Lothar Müller wirkt eher skeptisch.
Die für das Cover-Artwork verwendeten und hier erstmals gezeigten Fotos von diesem Ereigniss stammen übrigens von einem uralten VHS-Band, auf dem sich zufälligerweise ca. 2 minuten Film-Footage fanden, die genau an diesem Tag im KIX-Proberaum entstanden.Wie passend! Was für eine Freude für den Dokumentator! 

Als Bonus-Tracks zu diesen Demos gibt es sogar noch älteres (und allerdings auch soundmässig noch dumpferes) Material zu hören - Liveaufnahmen eines frühen (wenn nicht sogar dem wirklich allerersten?) Konzerts der Forsakes, die sich zu diesem Zeitpunkt noch "Here Flies The Fish" nannten. Inwieweit der da wirklich flog, im Mai 1991, kann man ja beim Hören selbst überprüfen!





Forsakes - "Early Demo Tapes 1991"

01. Intro
02. Smoke Turns Grey
03. Money
04. K.W.
05. Life 1 (abgebrochen)
06. Life 2
07. All And Nothing
08. Doubts
09. Is This No Fault?
10. Frunky Town
11. Truth Is A Lie
12. Frunk's Blues

13. Money (Live 5/91)
14. Doubts/ K.W. (Live 5/91)
15. Truth's A Lie (Live 5/91)
 
Natürlich ist es ein bisschen unfair gegenüber der Band, hier nur das ganz frühe Material zu veröffentlichen, das die Band selber lieber unter Verschluss gehalten hatte. Noch dazu historisch-kritisch inklussive aller abgebrochenen Stücken und komischen Outtakes (vergl. "Frunk's Blues") - und dann auch noch, ohne eines der Ex-Mitglieder direkt um Erlaubniss gefragt zu haben!

Um den vermeintlich falschen Eindruck hier nun ein wenig zu relativieren und die musikalischen Qualitäten der Forsakes besser zu beleuchten, gibt es jetzt auch gleich noch das erste tatsächlich veröffentlichte Demotape der Forsakes, das ca. ein dreiviertel Jahr nach den Schloss Phillipsruhe-Aufnahmen entstand. Hier war dann der Aufnahmeleiter einmal mehr Norbert "Nobby" Weinzierl, der das "richtige" Equippment in Form einer Acht-Spur-Maschine und den erforderlichen Mikrofonen besass (mit denen er auch schon für die KIX-Band Kaktuxxe famose Aufnahmen gemacht hatte, vergl hier).

Dieses Forsakes Tape mit dem Titel "Wrong" löste eigentlich alles ein, was der Sound und das Charisma der Band von Anfang an zu versprechen schien und ich würde es mal getrost als einen der Hanau-Klassiker der frühen Neunziger bezeichnen!

Und ich erinner mich daran, dass viele Leute eine Kopie dieses Tapes besassen und auch nicht davor zurückschreckten, es oft und gerne abzuspielen. Vielleicht freut sich da ja jetzt einer, es nun in digitaler Form wiederzuhören? (Danksagungen in der Kommentar-Leiste werden immer gerne gelesen!). Dass das hier mehr als einmal an Dinosaur Jr. und/oder Buffalo Tom erinnert ist natürlich kein Zufall, waren das doch zu diesem Zeitpunkt angesagten Fixpunkte im musikalischen Indie-Universum vieler deutscher "Nachwuchs"-Bands.
Aber in Sachen Authenzität waren die Forsakes bereits in dieser frühen Phase ihrer Karriere vielen dieser anderen Bands, die bloss den Sound iher damaligen Lieblingsbands reproduzierten, um Klassen voraus. Noch dazu, weil bei diesem Tape bereits Matze Gruber die versierte Leadgitarre beisteuert (und auf zwei Stücken auch selber singt), ja, der Matze Gruber, dem wir auf diesem Blog bereits im Zusammenhang seiner ersten Band Mayflower Madam begegnet sind! Die Querverweise werden hier immer zahlreicher (und so soll das auch sein!).

Das "Wrong" Tape wurde erstmals 1992 direkt von der Band veröffentlicht und die Erstauflage war schnell vergriffen. Ein Jahr später, also 1993, habe ich es deshalb auf meinem Tape-Label "Schweinehundtapes" wiederveröffentlicht und es wurde dort zu einer der Bestseller-Kassetten (ich würde mal sagen, mindestens noch 50 Exemplare, was damals schon 'ne Menge war). Nun also für alle, die lange schon kein Kassettendeck und erst recht keine Kassetten mehr haben: Download hier!!





Forsakes "Wrong"
(No Label, 1992, Reissue: schweinehundtapes 1993, sht022)


A1. Wrong
A2 Doubts
A3. She's Inside Me
A4. I Don't Wanna Know

B1. K.W.
B2 Charlie Brown
B3. Smoke Turns Grey
B4. Wishing Well




Zum Abschluss noch ein altes Forsakes-Interview (und eine Tape-Besprechung) aus dem "Varous Artists" Nr.3 Fanzine/Leverkusen vom Sommer 1993. (Danke Rautie für's ausgraben!).
Auf der 7'' Single, die dem Heft damals beilag ("Heft inkl. Single 5.- DM", das waren noch Zeiten!), landete sogar einer der Tracks des "Wrong"-Tapes. (Welcher weiss ich grad aber nicht, sollte ich die 7'' irgendwo mal finden, gibt's die dann hier vielleicht auch noch zum runterladen!).


 
Interview aus "Various Artists Nr.3", 1993
(Eine Version dieses Artikels in größerer
Auflösung liegt dem Download bei!)

 
 
Rezension aus "Various Artists Nr.3",
1993. "Schwuchtel-Core" durfte man
damals offenbar selbst in "political
correct" Fanzines noch unreflektiert
sagen und dabei den Namen 'Jude' tragen.
Ei,ei - was für Zeiten, Kinners!




These are the very first demo recordings by The Forsakes, who later became SEESAW and happened to release some CDs in the late nineties on Sony BMG. They were the only band from our little old Hanau punk scene from the nineties who came this "far". And if you listen to their first proper Demo tape "Wrong" you may understand why. They of course did sound a bit like Dinosaur Jr. or Buffalo Tom but unlike most other bands who played that style then, Forsakes always had a very special 'pop appeal' to their songs - they sounded authentical and "true" where other bands obviously just copied their favourite records. These are the oldest known recordings of the band!

Donnerstag, 8. März 2012

Krachkacke und Filterzigarettenpunk



No Funny Handtoys: Anthologie 1990 - 1990
(unveröffentlicht, unpop-media 2012)


Die No Funny Handtoys waren eine kurzlebige Band von meinem Bruder Raul und mir mit Frunk - dem Mann der Neunziger Jahre - am Schlagzeug. Die No Funny Handtoys waren quasi eine Übergangsband von den 80-ern in die 90ger Jahre. Die Band existierte unter diesem Namen nur wenige Monate und wurde dann Opfer der Umstände. Ihr gesamter musikalischer Output blieb bis zum heutigen Tage komplett unveröffentlicht und dringt nun zum ersten Mal seit 22 Jahren an die Ohren Aussenstehender (vorausgesetzt, die laden sichs auch runter, jaja).

Ich präsentiere, nicht unstolz - die No Funny Handtoys Anthologie 1990-1990!


Da wir uns hier ziemlich unchronologisch durch die Zeiten bewegen, beschreibe ich hier den biografischen Werdegang nochmal ganz langsam (ist ja nicht auszuschliessen, dass das ja wirklich mal jemanden interessieren könnte...):

Der Anfang

Am Anfang war das Nichts. Dann kamen allerhand Sachen und Leute. Und dann: gründeten Raul und ich die Dadapunk-Band "Asozialsky und Hatsch". A&H waren in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens nur die zwei Kauke-Brüder plus unserem Drumcomputer, den wir schon früh auf den Namen Daniel Dotterbeck-Meyer tauften, um der Seele, die dieser Digitalmachine zweifelsohne inne wohnte, einen Namen zu geben ( - genauer steht es hier geschrieben).

Nach einigen Kassetten-Alben, einer Reihe von
wilden Livekonzerten und einem einfach unfasslich irren Film hatten Asozialsky und Hatsch Anfang 1989 das Bedürfniss nach einem Drummer aus Fleisch und aus Blut. Nachdem wir unseren ersten "großen" Auftritt - auf dem traditionsreichen Hanauer Faschingsball "Regyfüm" - mit Alex, dem Drummer von Mayflower Madam absolviert hatten, kamen wir schließlich an Paul Budde, unserem ersten echten Asozialsky und Hatsch-Drummer (wie es dazu kam steht hier).


Der gute Mann brachte nicht nur sein Schlagzeug
sondern auch eine veritable Gesangsanlage mit in die Band und in dieser Bestzung probten wir ab Februar 1989 im Proberaum in Erlensee, im Keller unseres Elternhauses (- und es gab trotz enormer Lautstärken selten bis nie Stress mit den Eltern. Das sollte man auch mal lobend erwähnen!).

Nach einem ersten Demo und einigen einigen furiosen Auftritten in Hanau und dem Umland kam die Entwicklung von A&H allerdings ins stocken, als Paul ab dem Sommer 1989 plötzlich mehr oder weniger spurlos vom Erdboden verschwunden war... Nun stand sein Schlagzeug und seine Anlage verwaist bei uns im Keller und die großen Pläne (weitere Konzerte/ ein zweites Demotape) mussten aufgeschoben werden...


Frunk on drums



Fragense mich nicht, wann genau, aber irgendwann im Spätsommer 1989 ergab es sich dann schließlich, daß Raul's Schulkollege Frunk, der der Band nicht zuletzt wegen dem, was er meinem Verzerrer angetan hatte, sehr nahe stand (steht alles hier) die vakante Stelle des A&H Drummers übernahm.



In der neuen Besetzung mit Frunk an den Drums spielte die Band erstmal einen neuen track für den legendären 1. inneren Tapesampler ein und trat im Dezember 1989 schließlich zum letzten Mal Gig (bis heute jedenfalls) unter dem Namen "Asozialsky und Hatsch" im legendären Café Woytila in Somborn-Freigericht auf.



Inzwischen war uns der Bandname zu dämlich, zu Fun-Punk, zu bei-den-Haaren-beigezogen.
Der Partyspass mit Drumcomputer von 1987 war inwischen zu einem ambitionierten Songwriter-Duo herangewachsen, das einen "irgendwie wave-igeren" Sound anstrebte und auf die Mitgröhlhymnen der Anfangszeit verzichten wollte. Als ernsthafter, zorniger und sensibler Indie-Musiker konnte man - hey, es waren ja nun die 90 Jahre - unmöglich weiterhin "Asozialsky und Hatsch" heissen...

No Funny Handtoys: tvuzk, Raul



Keine dämlichen Handpuppen
Ob die Wahl des Bandnamens "No Funny Handtoys" nun die bestmöglichste war, sei dahingestellt, der Hintergrund dazu aber stammt zu 100% aus dem Kontext unserer
filmischen Frühwerke, genauer gesagt aus dem Jahr 1986:

Da hatte Raul nämlich seinen britischen Ausstauschschüler Matthew Whatwashisname zu Gast und wir
verbrachten die gemeinsame Zeit mit dem drehen von drei schrägen, ja fast schon monthy phyton-esken Star Wars-Parodie-Kurzfilmen. Jedenfalls, wenn wir nicht gerade Zigarettenautomaten mit den 5 Pence-Münzen, die Matt in großer Menge aus UK mitgebracht hatte, ausplünderten. Diese Münzen hatten nämlich eine ähnliche Größe und das fast gleiche Gewicht wie die gute alte Dehmark und die deutschen Zigarettenautomaten waren zu dieser Zeit noch zu doof, den Unterschied feststellen zu können! Was ham wir Filterzigaretten geraucht in dieser Zeit, Kinners!).

In einer dieser Star Wars Parodien erklärt Matt zum Eingang des Filmes im
schönsten Cockney, daß diese Episode - im Gegensatz zu dem gefilmten Chaos in der Episode davor - ernsthaft sein solle. 'A serious film'. Aus diesem Grunde würden diesmal auch keine dämlichen Sesamstrassen- und Kasperle-Puppen mitspielen, '- ...no funny handtoys!'.
Müsig zu erwähnen, daß diese 'serious' Episode letztendlich doch
genauso chaotisch wie die davor (und die danach) wurde, dabei aber doch nicht völlig ohne Witz (- und zwar auch noch vom guten britischen!) war... Dieses Filmzitat führte also zum neuen New-Wave-Band-Namen!


Orginal Sticker 1990


No Funny Handtoys live
Ab 1990 hießen A&H also No Funny Handtoys und machten sich ans Werk, die Welt zu erobern. Oder wenigstens Teile davon. Während die Hanauer Band Mayflower Madam ihr zweites Demo aufnahm (lies es hier nach) entstanden in deren Aufnahmepausen die ersten live eingespielten Handtoy-Demos, die sogenannten "Matze-Tapes": unter anderem krass trashige und heute sehr lustig anmutende Jams wie "Destroy, Fuck, Destroy" oder "Scheisse", auf dem Mayflower-Gitarrist Matze sogar mitspielt und sich Raul beim freestyle-rappen sehr komisch verhaspelt!.



"Halli Galli Punker Party" im Kuba - Orginal Programmtext
(danke, dani!)



Halli Galli Punker Party -
aus "Der innere Schweinehund" 2/1990

Mit Auftritten im Hanauer Kultur-Basar auf der eher fragwürdigen "Halli Galli Punker Fete" oder auf dem "1. Antifa-Festival" in Maintal-Hochstadt präsentierten wir unsere Songs erstmals einem Publikum ausserhalb von privaten Partykellern oder Faschingsveranstaltungen und die Leute fanden es scheinbar nicht zu schlecht (vergl. z.B. dieses youtube video, auf dem die No Funny Handtoys zu sehen sind, selbst, wenn sie als "Asozialsky und Hatsch" angekündigt sind...).




Im Frühjahr 1990 nahmen wir im heimischen Probekeller das erste Vierspur-Demo auf, das sich dadurch auszeichnet, daß es genau die Schnittmenge von
Songs enthält, die uns damals beschäftigten - zum einen nämlich Punksongs mit un-dummen deutschen Texten ("Langeweile", "Halt's Maul" oder "Die letzte Dose Bier") zum anderen Indie-Gitarren-Noise-Songs mit englischen Texten, etwa "Simple Dreams", "Autumn Days" oder aber der Song-zum-Bandnamen "No Funny Handtoys", den wir allerdings nicht mehr auf Vierspur aufnehmen konnten. Denn ziemlich abrupt und unpopulär endete die steile Karriere der No Funny Handtoys


Das schnelle Ende
Als nämlich Paul, der verschollene A&H-Drummer, wieder auftauchte und sich entschlossen hatte, nach Norddeutschland zu ziehen...selbstverständlich mit seinem Schlagzeug und seiner Gesangsanlage! Um diese beiden wesentlichen Elmente beraubt (die damaligen Finanzverhältnisse machten es uns unmöglich, schnell Ersatzequipment anschaffen zu können) waren die No Funny Handtoys handlungsunfähig geworden und konnte in dieser Besetzung nicht mehr weitermachen.

Orginal Sticker 1990

Man kann heute streiten, ob es Schicksal oder doch Kalkül war, daß Raul &
ich dann im anbrechenden Sommer 19/90 eine längerwährende Liasson mit dem Ex-Schwiegersöhne Drummer Florian Dröse als die Fishkicks anfingen (die komplette Story steht hier), aber erst durch Flo kam wieder ein Schlagzeug und eine Gesangsanlage in den Probekeller. Frunk jedoch war draussen - denn ein Trommler ohne Trommel ist auf dieser Welt scheint's nix wert!
Deswegen haben wir immer so'n bisschen ein schlechtes Gewissen gehabt. Und waren ganz froh, als Frunk ein halbes Jahr später als
Drummer der Forsakes wieder in Erscheinung trat - aber die sind eine längere Geschichte, die erst demnächst hier erzählt werden soll.


Frunk - Mann der 90-er Jahre!
In den 90-ern
machten wir Frunk mittels der Macht der Presse in unserem Fanzine "Der innere Schweinehund" zum Mann der 90-er Jahre. Der aufschlussreiche Bericht über den Menschen hinter Frunk ist nun erstmals als pdf downloadbar - Primärquellenforschung at its Lustigsten! Clickst du hier.
Frunk - Mann der 90-iger. Der Orginal-Artikel nun downloadbar!


An dieser Stelle aber, grade mal 22
jahre später, mal ein Dankeschön an Frunk: Danke für's Einspringen in der drummerlosen Zeit und für das, was du musikalisch so mit eingebracht hast (vergl. den Song "Sprossenleiter ohne Herz", die No Funny Handtoys-Hardcore-Nummer, bei der Frunk sang!). War kurz aber lustig ( - wie ich beim durchhören aller existierenden No Funny Handtoys-tapes unbedingt feststellen konnte!).


Orginal Sticker 1990

Die Anthologie
Die nun hier endlich vorliegende Zusammenstellung aus allen existierenden Demo-, Proberaum- und Liveaufnahmen war mir schon seit Jahrzehnten ein Bedürfniss, denn alles Material hierdrauf ist bisher gänzlich unveröffentlicht geblieben - und das zu Unrecht, wie ich finde. Die Handtoys spielen eine bemerkenswerte Mischung von ganz alten Asozialsky und Hatsch-Nummern ("Porno in Schlumpfhausen", "I Love You" oder "(Seid nett zu Tieren -) Sodomie") und Stücken, die sich später viele Jahre noch im Repertoire der Fishkicks fanden (etwa "I "Wsh I Was Dead" "Popstars" oder "Ja!") und natürlich "Uhura", immer wieder "Uhura". Am meisten Spass machen mir heute unsere englischsprachigen Gitarren-Noise-Songs, denn die flogen alle schnell wieder raus und wurden nie wieder neu eingespielt. Rarität, ick hör dir trappsen. Bzw.fiepen.




Download "No Funny Handtoys - Anthologie 1990 - 1990"



01. Intro (1)
02. I Wish I Was Dead  (2)
03. No Funny Handtoys (1)
04. Popstars (2)
05. Anfängerband (1)
06. Porno In Schlumpfhausen (4)
07. Langeweile (2)
08. Uhura (1)
09. Halt's Maul (2)
10. Sprossenleiter Ohne Herz (vocals - Frunk) (4)
11. Ja (2)
12. Friede Überall (4)
13. Destroy, Fuck, Destroy (3)
14. Forgotten Night (1)
15. Uhura (4)
16. Augen (3)
17. Let's Do The Rocknroll Tonight (3)
18. I Love You (1)
19. Wo ist das Vögelchen? (4)
20. 1 Prinzip (1)
21. Die letzte Dose Bier (2)
22. Kassel / Simple Dreams (1)
23. Scheisse (3)
24. Sodomie / Uhura (5)
25. Autumn Days (2)


1 - Live Kultur-Basar Hanau, 23.2.1990
2 - unveröffentlichtes Vierspur-Demotape, 1990
3 - Live im Studio Tape 1990, "Matze Tapes"
4 - Live im Proberaum Erlensee, 1990
5 - Live Antifa-Festival, Bürgerhaus Maintal Hochstadt, 16.3.1990



No Funny Handtoys were the short living missing link between our first punk band "Asozialsky und Hatsch" and the later one "Fishkicks". After A&H drummer Paul vanished, we replaced
him with our old friend Frunk. We wanted a new name for the band that would sound a little more "new wave-ish" but ended up with "No Funny Handtoys" (- don't expect a translated explanation, why). Under this moniker the band played a handful of gigs important gigs in and around Hanau and recorded some studio material in the first half of 1990 -  but had to stop suddenly when the old drummer Paul reappeared and took his drumset and his p.a. away to move to the north of germany. Without drum set and p.a. (and without money to buy new ones) No Funny Handtoys couldn't move on. Later this year Raul & I met Flo, the drummer of Hanau punk band "Die Schwiegersöhne" and started another band with him - Fishkicks. The recorded No Funny Handtoys-material was never released and remained unheard for 22 years. This compilation is the first time the world outside has the opportunity to listen to these songs, taken from unreleased four tracks demo recordings, live tracks and crazy jam sessions.

Montag, 3. Januar 2011

This is Gymnasiastenpunk - live im Wohnzimmer 1988


HU Punk History Part 9
:


The Asozialsky und Hatsch:
"Fuckin' For Fleischmann - Live 1988"
(C-60 + C15 bonus tape, 1989, "Red Jacket Tapes"/
schweinehundtapes)



Diese Vergangenheits-Bewältigungs-Punkrock-in-Hanau-Serie findet heute ihre Fortsetzung mit einem ganz und gar erstaunlichen Zeitdokument aus ganz ganz anderen Zeiten: Asozialsky & Hatsch live!



Nachdem unsere Gymnasiastenpunk-Kapelle mit ihren absurden tapes (Verkaufspreis 1.- DM!) seit Herbst 1987 einen richtigen kleinen Fankreis erringen konnte (siehe hier), war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir das auch mal live bringen würden.


Und als dann, am 16.4.1988, Raul's Schulkamerad Thomas Kittel zu Hause
sturmfreie Bude hatte, wurde dieses Vorhaben gnadenlos in die Tat umgesetzt, in dem man das gutbürgerliche Elternwohnzimmer kurzentschlossen in einen Konzertsaal umfunktionierte. Dann den gesamten größtenteils noch minderjährigen Freundeskreis zum Bier- und Schnapstrinken eingeladen und einer tobenden Teenagerparty, wie sie kein Ärztesong besser beschreiben könnte, stand nichts mehr im Wege!

Wie man den ausgebleichten Fotos vom Event ansieht, die aus den tiefsten Gewölben des Schweinehund-Archivs
hervorgekramt wurden (und hier zum ersten Mal veröffentlicht werden - das hatten wir uns bisher selbst noch nicht getraut...), ging das Konzept auf, alle hatten eine Menge Spass und Rock'n'Roll hatte wieder mal recht behalten...

Asozialsky & Hatsch Live 16.4.1988

Asozialsky & Hatsch Live 16.4.1988

Betrunkene A&H Fans

"Fuckin' For Fleischmann - Live 1988" fasste die Höhepunkte dieser Konzertreihe - also neben der Musik natürlich auch die intressanten bis besoffenen Kommentare der enthusiastischen Asozialsky und Hatsch Fans- auf einer sechzig Minuten Cassette zusammen . Recht eindrucksvoll, wie man 23 Jahre später sagen kann und muss. Hier gab es Spektakuläres !

Entwurf für einen nie realisierten Tour-Button:


Das Intro - "Overtüre zur besten Liveband des Universums" - war natürlich von den Ärzten beeinflusst, die ein fast gleichnamiges Stück auf ihrem 88'er Livealbum hatten.. - unseres allerdings ist von Dieter Bohlen produziert!
Das wurde immer vor unseren Auftritten gespielt und ist, nun ja, eigentlich nur eine sehr schlechte Modern Talking - Collage ("Mash Up" sagt man heute). Aber bereits 1988 war Modern Talking das allerkrasseste und ging gar nicht! Und genau deshalb war dieses Intro irgendwie ziemlich Punk....


Flyer für das A&H Dezemberkonzert 1988:

Neben famos gespielten Liveversionen unserer Lieblingshits (und wüsten Publikums-beschimpfungen!) hagelte es ein paar starker Exklussivtracks: Zum Beispiel ist hier der einzig anderere Asozialsky & Hatsch-StarTrek Song ( - ich meine, neben dem altbekannten A&H Hit "Uhura") zu finden - "Käpt'n Körk" ist nur auf diesem Tonträger erschienen! Ebenso das New Age-Stück "Die Kartoffel", das Lied aus der Zeit, als wir selber noch Tiere waren ("Ich bin ein Pferd") und die drei Coverversionen"The Sun Always Shines On TV" (A-ha), "Passo Duble" (fragt nicht von wem, schaut's euch hier an) und "Hurra Hurra, die Rehbein brennt" (- was natürlich der alte Schul-Hit von Extrabreit ist, umgeschrieben auf unser damaliges Gymnasium, der Karl-Rehbein-Schule in Hanau...).
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch das Stück "Vor 1000 Jahren (Pseiko Version)". Diese Version vom Sylvester 1988 (auch noch unter Pseudonym gespielt als die New-Wave-Band "Raul und die lebendigen Rhythmusmaschinen")
enthält nämlich das berüüüüüühmte lange Basssolo von Raul, das jedesmal länger wurde und aus einer krude Mischung von Kinderliedmelodien und aktuellen Wave/Punk-Hits aus diesen Tagen (Joy Division/Ärzte/Sex Pistols) bestand. Fragense jetzt nur nicht, wieso, aber das war "einfach nur Kult", wie man damals zu sagen pflegte.Ein Prädikat, dass ich im übrigen der gesamten Kassette zuschreiben würde (...was soll ich sagen? Ich hab die selbst seit 20 Jahren nicht mehr gehört und muss sagen, man hätte seine Jugend auch wesentlich uncooler verschwenden können als so, wie wir es haben!)



Entwurf für einen nie realisierten Tour-Button:


"Fuckin' For Fleischmann - Live 1988" steckte seinerzeit in einer opulente Kunststoff-Kassettenbox mit vielen Zetteln und einer Bonus "Maxi" (also einer C-15 Cassette), die weitere interessante Aufnahmen aus dem Jahr 1988 enthielt, vor allem 2 Stücke mit Matze Schmidt (der Mann hinter 38317 !) an den Trommeln, aufgenommen im vollmikrofonierten Proberaum seiner damaligen Blues(!)-Band. Die restlichen Bonus-Tracks sind eher doofe allererste 4-Spur Versuche. Verkaufspreis lag bei 3.- DM, teurer wäre ja Wucher gewesen... (so war unsere Geschäftspolitik jedenfalls seinerzeit - heute kriegt ihr das alles von uns geschenkt!).

Asozialsky & Hatsch:
FUCKIN FOR FLEISCHMANN - Live 1988

A1. Overtüre zur besten Liveband des Universums (D. Bohlen)
A2. Asozialsky & Hatsch Theme #2
A3. Unser bester Freund
A4. Frunk
A5. Demonic and the livin' Dead
A6. A-ha (The Sun Always Shines On TV) (A-ha )
A7. Tieretöten ist ein Arsch
A8. Uhura
A9. Ädz
A10. I Love You
A11. Käpt'n Körk
A12. Uhura (Extended) / Passo Duble
A13. Balloons
A14. Hurra Hurra, die Rehbein brennt (Extrabreit)

B1. Sodomie
B2. Weltuntergang
B3. Die Kartoffel (New Age Musik)
B4. Dr. Prof Dietzenbach
B5. Liebeslied
B6. Wenn der Mond scheint
B7. Vor 1000 Jahren (Pseiko Version)
B8. Ewald F.
B9. Ich bin ein Pferd
B10 Summertime
B11. Porno in Schlumpfhausen
B12. Der Sinn
B13. 1 Prinzip


FUCKIN FOR FLEISCHMANN - Bonus Tape

A1. Unser bester Freund (Kassel-Version, drums: Matze Schmidt)
A2. Der Sinn (Kassel-Version, drums: Matze Schmidt)

B1. Viele Probleme in der Republik (doch wir trinken Bier)
B2. Der Ausflug (acapella)
B3. 1 Prinzip (akustisch)
B4. Summertime (akustisch)


DOWNLOAD hier:

mediafire



Asozialsky & Hatsch: FRUNK (Live 3.12.1988)

Der Autor dieses Blogs als Asozialsky, Live 16.4.1988
Asozialsky & Hatsch Live at Kittel's Wohnzimmer 16.4.1988

This is live, this is real, this is punkrock! This is a compilation tape of the best Asozialsky & Hatsch living room concert recordings from 1988, when we were soo young (but not really innocent anymore...as you can see clearly in the never before shown pictures). I haven't heard it for about 20 years and i'm really surprised how funny, rough and...yeah, punkrock this still is today (or maybe even better today!). You can find some covers of A-ha, Extrabreit and Passo Doble (...don't ask, watch) songs here.
Every STAR TREK fan who has already heard our unbelievable hymn "Uhura" will be delighted to find the legendary lost other STAR TREK song by Asozialsky und Hatsch here: "Käptn Körk" ("Capt'n Kirk"). The world may not know yet - but this is a true classic of westeuropean secondary school punk straight from the west german eighties. Aber voll, ey!


Freitag, 26. November 2010

Everything, everything, everything, everything, everything - we hate it !!


HU Punk History Part 8:

The Asozialsky und Hatsch "Freie Deutsche Jugend"
(C-15, 1987, "Red Jacket Tapes"/ schweinehundtapes)





Nachdem ich hier alle vorgestellten Tonträger nachträglich mit einem
Jahreszahlindex versehen habe (zur Verbesserten chronologischen Erforschung!), fielen mir zwei Dinge auf: dass die angedrohten Achtziger Jahre in diesen Never-Ending-Lebenserinnerungen noch garnicht so richtig abgehandelt wurden, obwohl sie doch ab Januar 30 Jahre her sein werden. Und, dass das älteste bisher vorgestellte tape die erste Asozialky und Hatsch Kassette von 1987 ist !!


Deshalb - und weil ich Bock drauf hab - gibt es jetzt das zweite tape der legendären Asozialsky und Hatsch namens "Freie Deutsche Jugend", das auch 1987 entstanden ist....

Produktions- und Kompositionstechnisch ist diese Kassette genau wie die erste
entstanden - und wie es im post der ersten Kassett
e ("Peter scheisst ins Klassenbuch") schon ausführlich beschrieben wurde (nämlich hier).

Auch für die "FDJ" galt das bewährte Konzept: " nur Drumpcomputer, Gitarre und
Gesang, keine Keyboards, keine vorher einstudierten Songs oder aufgeschriebene Texte. Kurz gesagt: eine C-15 Kassette in einer Zeit von höchstens 18 Minuten bespielen."

Mit diesem lustigen Konzept hätte man eigentlich täglich mehrere neue tapes machen können, trotzdem war bereits ein viertel Jahr seit der Aufnahme von
"Peter scheisst ins Klassenbuch" vergangen.
Und das lag an: FRUNK !

Trauer um unseren Verzerrer - vierzehn oder neun was ihr Vol
t!
Frunk hiess damals noch Frank, war ein Klassenkamerad von Hatsch (a.k.a.Raul) und ambitionierter Metal-Gitarrist, dem zum erreichen dieses Zieles ein klitzekleines Detail fehlte. Und das war ein Verzerrer für seine neu gekaufte E-Gitarre. Damals bekam man solche Boden-Effektgeräte noch nicht für 'nen Appel und 'nen Ei hinterhergeworfen, sondern die kosteten noch echtes Geld (und noch dazu echte D-Mark!).

Deshalb fragte er mich, ob ich ihm vielleicht mal meinen leihen könnte. Denn ich besaß einen Verzerrer, einen echten Ibanez SD 9 Sonic Distortion
, der so schön


Der Ibanez SD9


schrille typisch-80ger-Gitarrensounds machen kann.
Gutmütig wie ich nunmal bin bekam Frank das Effektgerät geliehen.
Die Wochen vergingen. Raul und mir juckte es in den Fingern, endlich eine neue Asozialsky
und Hatsch Kassette zu machen. Aber der Verzerrer kam nicht bei. Anfragen, wann er das Gerät denn zurückgeben wolle, vertröstete Frank auf "morgen" oder "nächste Woche"...Irgendwann langte es uns - "wir können ja wohl schlecht eine Punk Kassette ohne Verzerrer einspielen".

(Zwischenzeitlich versuchten wir das tatsächlich mal, indem ich E-Gitarre über einen alten Stereokassettenrekorder spielte, was schon zur gewünschten
Verzerrung führte, aber eben nicht so eine geile SD 9 Sonic Distortion Verzerrung, wie ich sie haben wollte... Diese Aufnahmen sind irgendwann mal auf der Kassette "Das Unbekannte" erschienen, die demnächst hier aus der Gruft des
Vergessens gehievt wird!).

Zur Rede gestellt stellte sich schließlich heraus, dass Frank wohl aus Versehen oder Unachtsamkeit ein falsches Netzgerät angeschlossen hatte (14 statt der erlaubten 9 Volt) und der Verzerrer schlicht und einfach durchgeraucht war!
Mein geliebter SD 9 war KAPUTT !! Zerstört! Vernichtet!!


Unter verschärfter Schuldenaufnahme musste sich Frank verpflichten, eine schnellstmögliche Reperatur zu veranlassen (Ja, liebe Kinder, so war das bei uns
im 20. Jahrhundert: damals konnte man seine defekten Geräte noch in Elektronikläden bringen, wo sie repariert wurden, anstatt dass man sie wegschmeisst, weil der Neukauf eh billiger kommt...).
Irgendwann (es war bereits Dezember, Weihnachten sogar!) war der Verzerrer dann endlich wieder einsatzbereit und wir konnten uns dem neuen A&H-Projekt widmen.


Frank aber sollte für seine Untat sein ganzes Leben lang gezeichnet werden: denn "Frunk"
, den ersten Song auf der neuen Kassette spielten wir mit Akustikgitarre ein und widmeten ihn IHM und den Ereignissen. Der Refrain ging: "Frunk, Frunk - wir hassen dich dafür (dessenwegen)!!"
Und so - Frunk - heisst er deshalb heute noch.
Für alle Zeiten, wegen falscher Voltzahl! So kanns gehn: Frunk for Life.
(Hier verweise ich mal auf Frunk's leider seit zehntausend Jahren nicht wirklich upgedatete Webseite. Auf dem Foto auf der Seite kann man sehen, wie Frunk heute aussieht...).

Asozialsky & Hatsch: Frunk



Darüberhinaus darf man hier wieder alles erwarten, was zu gut abgehangenem Gymnasiasten-Punk dazugehört, nämlich völlige politische Ungebildetheit (vergl. "Anarchie" - mit dem ultralinken Slogan: "Wir fordern mehr Kommunismus, wir fordern den Weihnachtsmann"), wahlloses Aufgreifen potentieller Tabuthemen ("Man hat schließlich Ädz. Man geht mit der Mode") und echten, irgendwie-politischen Statements aus dem Leben eines
Gymnasiastenpunks Mitte der Achtziger Jahre ("Bringt die Busfahrer um" oder "Hatin' Everything").


Asozialsky & Hatsch: Hatin' Everything




Der Kassettentitel und weitere Anspielungen auf die damals noch existierende DDR (wie z.B. der gelistete aber leider garnicht enthaltene Song "Junge Pioniere") verstanden wir da natürlich auch noch als gaaanz schlimme Provokation.

Immerhin vier der 20 hier vertretenen Songs fanden später auch ins Liverepertoire von A&H. Welche das sind, interessiert aber eh keinen (nicht zuletzt, weil ja jeder ahnt, daß es hier früher oder später auch Liveaufnahmen aus der Zeit hageln wird!!)


The Asozialsky und Hatsch "Freie Deutsche Jugend"


Download:

mediafire



A.1 Frunk

A2. Bringt die Busfahrer um

A3. Fröhliche Weihnachten

A4. Hatin' Everything
A5. Animal

A6. Fouck

A7. Baloons

A8. Anarchie

B1. Feueralarm
B2. Hunde in den Untergrund

B3. Schwimmbad

B4. Ädz

B5. Wir sind ihn los

B6. Ich bin verliebt und mache Musik
B7. Shoot The Government

B8.
Weltuntergang
B9. Keep us getting down

B10. 220 V

B11. Ein Tag den ich erlebt habe

B11b. I Played Guitar

B12. Die Technik war immer dabei


Daniel, unser erster Drummer


Daniel Dotterbeck Meyer
Irgendwie finde ich's passend, hier an dieser Stelle endlich mal ein Foto von unserem damaligen Schlagzeuger Daniel Dotterbeck Meyer zu bringen: Wie schon öfters erwähnt, handelte es sich dabei um einen Korg DDM Drumcomputer. Der meistens nur das ewiggleiche Pattern abspielen durfte und mit dem Fuss ein und ausgeschaltet wurde. Sie sagen über ihn: "The DDM-110 has little use in modern day recordings unless you are looking for old, cheesy and lo-fi quality sounds". Das finden wir nicht richtig!

Daniel Dotterbeck Meyer Fanpage


This is the second tape of our early German-Punk-with-Drumcomputer-Band "Asozialsky and Hatsch" (which was inspired by the US series "Starsky & Hutch" and should be translated as "Antisocialsky & Hutch"). You can find the first tape here (but no german translation).

Our concept then was to record a C-15 tape in about 18 minutes, most songs were first takes and of course improvised. All this gives you an impression of what we thought punk was when we were still in our school days. We that's me (tvuzk a.k.a. Asozialsky) and my brother raul (a.k.a. Hatsch). This is almost twenty-three years ago now and despite of what you all may think - to me this is a real punk classics that gives me exactly that old feeling you get from listening to the first punksongs you heard in your life. If you wonder about the pictures of the electronic devices: the Ibanez SD 9 Sonic Distortion was once destroyed by some Frank - therefor we called him Frunk (...i don not expect you to understand that completly...). Anyway - the DDM 110 was our first drummer and his real name is Daniel Dotterbeck Meyer.