Dienstag, 17. Mai 2011

Zur selben Zeit, zwanzig Jahre zuvor...


KACKTUSSE (KAKTUXXE) - "Fight The Nazi Baby EP",
7'', BAD MOON RECORDS 005, 1991)


Weil der Tag der Veröffentlichung dieser kleinen Schallplatte mehr oder weniger exakt 20 Jahre her ist, wird es Zeit, mal wieder in der gerade erfolgreich verdrängten Vergangenheit rumzustochern...
Hier kommt die lange vergriffene erste EP der Hanauer Punkband Kacktusse (später "Kaktuxxe"), die ja schon öfters Thema auf diesem blog war (siehe hier ).

Als sie aufgenommen wurde - das war im September 1990 - spielte die Band (die aus einer Fusion der beiden Hanauer Bands "Fishkicks" und "Kacktusse? Punk" entstand ) gerade mal ein dreiviertel Jahr zusammen und hatte eher diffuse Vorstellungen, wie der gemeinsame Sound denn klingen sollte.. Irgendwie voll HART aber doch auch voll IRONISCH, war der Plan gewesen. Ursprünglich sollte ja ersteinmal - wie man das so machte - ein Demotape aufgenommen werden, dann jedoch war da die kleine, aufstrebende Computerfirma COMBA, die (aus verwandschaftlichen Gründen zum Sänger) Geld für Studioaufnahmen bereitstellte, mit dem Ziel, eine "echte Schallplatte" zu produzieren. Wow - Schallplatte!


Die Kacktusse auf dem Weg ins Tonstudio, September 1990


Was waren wir stolze und aufgeregte kleine Popstars, als wir das erste mal zu "Schallplattenaufnahmen" ins Tonstudio fuhren, um bei einem Produzenten, der mehr so auf Schlager und Country spezialisiert war (in den unicorn Studios in Frankfurt), unsere erste Platte mit Hardcore (oder eher: was wir für Hardcore hielten) einzuspielen.

Ein aufregendes Wochenende im September 1990. Sieht man uns ja auf den erstmals veröffentlichten Fotos von dieser Session an...
Das Ergebniss klang, als hätten verkappte Indiepopper versucht, wie Exploited und Minutemen gleichzeitig zu klingen (ohne dass ihnen das gelungen wäre..). Was ja auch ziemlich exakt den tatsächlichen Verhältnissen in der damaligen Band entspricht...


Dreadlockhardcoretrommler Flo im Rausch des Rhythmus


Durch hervorragende Beziehung zum Boxhamsters-Chef Co gelang es dann aber irgendwie, die Scheibe auf seinem exquisiten Kleinlabel "Bad Moon Records" zu veröffentlichen und zu vertreiben. Und wie durch ein Wunder gelang es dem Labelboss dann auch noch, einen Großteil der Auflage von 500 Stück an einen großen Deutschpunk-Mailorder zu verticken....


Gitarrist Pepi beim Metal-Riffs-warmspielen


So richtig gemocht haben wir unsere erste EP allerdings nie wirklich, weil wir eben gar keine richtigen Hardcorepunks waren (und privat weiterhin lieber Smiths & Cure oder Prince & Funk hörten) und uns nur - quasi theoretisch - dem derben Sound angenähert hatten. Bezeichnend dafür ist der fünfte Titel, den wir damals im unicorn Studio aufgenommen hatten (und der heute bei diesem download erstmals als Bonus-Outtake auch enthalten ist), die Schlagerparodie "Am Ende bleiben Tränen". Genau wie wüsten Punk konnten wir auch schleimigen Schlager, wenn wir nur wollten....



Raul am Bass ("Bass-Solo!" "Bass-Solo!")



"Am Ende bleiben Tränen" - ein echter Tränenzieher - wurde bei Live Konzerten der Kacktusse stets äusserst kontrovers aufgenommen und entstammte dem fein-ironischen Bereich menschlichen Humors, dem die armen Punker nicht immer folgen konnten (oder wollten)... Der selbe Humor, der es auch als lustig empfindet, ein bewusst falsch geschriebenes und gebildetes Plural von "Kaktus" als Bandname zu verwenden...Wahrscheinlich wäre es deshalb auf lange Sicht besser gewesen, den Schlager ebenfalls auf die Schallplatte zu packen, um das eigentliche Ansinnen der Band - Ironie um jeden Preis - zu verdeutlichen...

Jahre später erst stellte sich dann übrigens für uns heraus, dass der Text direkt aus einer gleichnamigen
Roland Kaiser-Nummer geklaut war (die wir natürlich alle nicht kannten) - das hatte uns der feine Herr Sänger und Textautor einfach verheimlicht bzw. uns im Glauben gelassen, er hätte sich den Text selbst ausgedacht!!! Gut, dass das der olle Roland nie mitbekommen hat...




Manutchehrs radikale Punklyrik: inspiriert von Roland Kaiser!



Einen hübschen autobiografischen Absatz zur ersten Kacktusse-Schallplatte habe ich bereits 1999 in meinem damaligen Fanzine "Der innere Schweinehund"
verfasst, damals anlässlich der Veröffentlichung der (inzwischen längst vergriffenen) CD-R Anthologie "Unpopular Kixmasters - Kaktuxxe 1990 - 1995":

FIGHT THE NAZI,BABY !

Die Geschichte beginnt 1990 mit der ersten Single-Schallplatte und einer Menge Energie. Die Zeichen stehen auf Hardcorepunk, auch wenn uns eigentlich bloss die Aesthetik und das "d.i.y." von Punk anspricht, als Musiker sind wir alles andere als Punker. Die Single-Tracks "Nazi Baby", "Kufte" und "Kill Yr. Wife" beweisen aber, dass man uns das nicht anhoeren konnte. Dann eher schon "Das Jazzige", das klingt (?) wie´s heisst. "Fight The Nazi Baby" erscheint auf BAD MOON, dem Label der Boxhamsters und man steckt uns sofort in die Stilschublade "derber Assipunk", aus der man uns so bald nicht mehr rauslaesst. "Am Ende Bleiben Traenen" blieb unveroeffentlicht, weil es mit seinem Schlagertext noch viel schlimmere Missverstaendnisse hervorgerufen haette, war aber lange Zeit ein Klassiker des Live-Repertoires.

tvuzk, in "Der innere Schweinehund", 1999 (siehe hier)




Der Blogautor, 20 Jahre zuvor: als Rhythmus-
gitarre im authentischen "Anti-Acid-House" T-Shirt



Es dauerte dann noch einmal 2 Jahre, bis die Kacktusse - da hatten sie dann bereits das "C" aus dem Namen gestrichen und (antifaschistisch muss sein) das "SS" im Namen durchgestrichen - als Kaktuxxe mit ihrem ersten (und dann auch einzigem) Album "chicalagazelle" den richtigen Sound gefunden hatten, der neben dem Schrammelpunk auch mit Einflüssen aus Jazz, Ska, Reggae, Psychedelic und Avantgarde aufwarten konnte ( - was dann allerdings wieder dazu führte, dass einen solchen Mischmasch 1993 kein Mensch hören wollte und die CD keineswegs in grösseren Stückzahlen von irgendeinem Mailorder aufgekauft wurde...).

Immerhin: der Song "The Reason Why" auf der "chicalagazelle"-CD war eine (englischsprachige) Neuinterpretation von "Kufte" von der ersten EP (und heisst folglich auch im Untertitel "Kufte 92").
Auch der Titelsong dieser EP - "Nazi Baby" - wurde später von den Kaktuxxen in einer langsameren, schleppend düsteren Version noch einmal neu eingespielt und erschien dann auf diversen deutschen und internationalen Compilation-Tapes. Blöderweise find ich den aber gerade nicht im Archiv, sonst hätte ich ihn auch noch dazu gepackt, so muss er leider Mythos bleiben. Schade.

Im Download-Paket enthalten ist aber, neben den Stücken der Single und dem "Am Ende bleiben Tränen"-Outtake, das komplette Booklet der "Nazi Baby" EP, das ausser den Songtexten und vielen Illustrationen von Rautie (der selbstverständlich auch das Cover mit dem fetten Nazibaby gestaltet hat) auch noch allerhand lustige bis peinliche Essays der Musiker enthält, die teilweise sehr aufschlussreich und teilweise eher unlesbar sind. (Über Rauls Manifeste kann ich mich aber immer noch kaputtlachen!).

Und damit nicht genug, meine Damen und Herren - sie finden im Download weiterhin eine Reproduktion des Orginal "Kaktuxxe Supporter Comic" Hefts, das natürlich nix anderes als ein KIX-Heft mit Kaktuxxe-Comics war und in den Jahren 1990 bis 1991 bei Konzerten und anderen Gelegenheiten verschenkt und verteilt wurde. Rarität, Baby!



Kacktusse: "Fight The Nazi Baby" EP (1991)

A1 - Nazi Baby
A2 - Kill Yr. Wife
B1 - Kufte
B2 - Das Jäzzige
xx - Am Ende bleiben Tränen (Outtake)

Download: HIER


P.S. - Ich freue mich, mal festzustellen, dass ich nicht der einzige bin, der diese EP bereits im "Netz" gepostet hat, der werte Kollege vom Rat Shit Sandwich-Blog hat für diesen Anlass sogar (wahrscheinlich ohne es zu ahnen) mehr oder weniger den exakten 20 jährigen Jahrestag erwischt!
Statt ihm irgendwelche Unterlassungsklagen zu schicken, habe ich mir erlaubt, die Scans von Cover und Cover-Rückseite aus seinem post zu klauen, weil meine eigenen Scans davon verschwunden sind (und mein Scanner inzwischen kaputt ist).

Und jetzt noch ein paar weitere Fotos aus der Nazi Baby Recording Session (die übrigens alle von Raul stammen - naja, zumindest diese, auf denen er nicht zu sehen ist).



Flo




Raul




tvuzk



Pepi & tvuzk



Raul

The first EP by my early Punkband "Kacktusse". From 1991. We thought we were hardore punks and so we tried to sound like some...but we weren't at all! I think that is all you need to know. (If you disagree, feel free to ask!).

Montag, 2. Mai 2011

Das Jazz-Event des Jahres (or is it?)


KONZERTANKÜNDIGUNG:
Am FREITAG, 6.5. 2011, ab 21:00 Uhr live im WAGGON OFFENBACH: Die MICHAEL LAVEN BAND


Michael Laven, der beliebte Offenbacher Musiker (u.a. Kitschconsoul) und Techno Produzent (u.a. Klang Elektronik) hat einen Haufen Freunde um sich geschart und präsentiert seine erste Elektro-akustische Jazzband im Waggon am Kulturgleis.

Die Michael Laven Band sind:

Michael Laven (electronics)
Jörg Ritter (electronics, samples, vocals)
Conny Marschall (bass)
Torstn Kauke (windinstruments, kalimba)
Cedric Hommel (git)

Das unpop-blog wird berichten, wie's war, wenns war ! Stay tuned (bleiben Sie in Stimmung).

Nachtrag 25.5.2011: HIER kann man sich nun einen Ausschnitt des Konzerts anhören!

Mittwoch, 27. April 2011

Ein Bruchkernabend in der Bankenstadt

Live Review - 7. April 2011: DJ STINKHEAD, GABBERMENT & OTTO VON SCHIRACH live im U630311/Ffm

Hier nun ein paar fotografische Impressionen vom Gabber- & Breakcore/ Bruchkern-Spektakel des Jahres, das Anfang des Monats in Frankfurt stattfand und ja hier bereits erwähnt wurde.

Von dem schmierigen Technoloch, in dem das ganze stattfand (und das ich zuvor nur einmal in meinem Leben - und damals in einem eher besinnungslosen Zustand - betreten hatte) einmal abgesehen war das Spektakuläre für mich insbesondere der stoische stumpfe Sound des DJ Stinkhead, der mir zwar aus dem Waggon durchaus vertraut ist, aber eben auf Lautstärkeniveau der moderaten Waggon P.A. und nicht auf dieser Monsteranlage, die einem klipp und klar auf das körperlichste klarmacht, was "sehr, sehr laut" eigentlich bedeutet. Weswegen es mich und meine bezaubernde Begleiterin auch keine 2 Minuten da unten hielt und wir lieber erstmal wieder in den lauen Frühlingsabend draussen gingen...


DJ Stinkhead (war sehr, sehr laut
und stumpf und stoisch!)


Der anschliessende Auftritt unserer Homies Jörch und Michi vom Gabberment war dann zwar auch nicht weniger laut und die Beats nicht weniger stoisch, aber eben mit den lustigen Samples, dem schwirrigen Bitcrushklingklang und den sympathischen Vokaleinlagen von Hernn JR verwoben, die alleine schon klarmachen, daß das Gabberment alles andere als Gabber macht (sondern eben aufrechten deutschen Bruchkern).

Schilderung, Verlauf, Hintergründe und hunderttausend weitere Anekdoten zum Konzert von Gabberment hat herrjoergritter auf seinem seepferdefahrgästeblog selbst übernommen, was ich als für mich bequem einstufe und deshalb einfach direkt dorthin verweise bzw. -linke. Der plauderhafte Erzählstil steht dem in Nichts nach, was ich auch zelebriert hätte.

Stattdessen noch ein paar Digitalschnappschüsse vom Konzertereigniss zum gucken:



Das Gabberment bei seiner Tagung...




...mit ihren elektronischen Hölleninstrumenten...




...mit denen sie Geräusche erzeugen, die den
menschlichen Verstand zum platzen bringen können...




Hört euch das nur selbst mal "in Ruhe" an:

GABBERMENT LIVE 07 april 2011 at u 60311 mixXXX by gabberment


"Eigentlich sollen wir jetzt 50 Minuten spielen.
Wir schaffen die Strecke in 38 Minuten.
Ich muß mir an der Theke ein Brotmesser
zum Schlagzeug spielen geben lassen, weil ich
meinen Löffel (den ich sonst benutze) vergessen habe."

(herrjoergritter)



Otto von Schirach, der Hauptspektakelmann des Abends, ging dann irgendwie komplett unbeeindruckend an mir vorbei, ich fragte mich einmal, wie lange der diese Musik wohl schon macht, und wie es sein kann, dass er immer noch einen - deutlich sichtbaren - kindlichen Spass daran empfindet, seine Stimme mittels Vocoder in eine Frauen- oder Monsterstimme zu verwandeln...

"Verrückt - wie in der Sesamstraße - aber im U630311!"

Symphatisch war er allerdings schon in seinem scheußlichen Achtzigeroutfit - und die zwei Jungs mit den Strick-Alien-Masken, die kurz vorher als Bühnentänzer und - rumsteher
shanghait wurden (...beinahe hätte es mich erwischt!) , machten ihren Tänzerjob geradezu profesionell. Hut ab dafür!


Schirach mit Alien


Schirach von hinten


Na, was schreib ich da groß rum, warum poste ich nicht einfach ein Video davon,
so macht man das doch heutzutage im web, um sich das ausformulieren zu sparen:






Donnerstag, 14. April 2011

DJ torstn in da LoFi Diskothek...

...oder genauer gesagt, im Waggon Offenbach.

Einmal - nur einmal - jedes Jahr legt ja auch der Autor dieses blogs öffentlich Schallplatten auf. Eine Zeitraffer-DJ-Karriere, wenn man so will (und ich will). Das heisst nee, Schallplatten sind ja viel zu schwer (und kostbar!), natürlich spielt er sie via mp3 vom Klapprechner ab. Mit Virtual DJ ohne Controller sondern mit Maus.

Letzten Samstag, 9.4., war mein Termin für 2011. Auf der Geburtstagsfeier meines werten Waggon-Mitbetreibers Georg Klein. Zu seinem Ehrentag gab es ein zweistündiges Set: eine geschmackvolle Mixtur aus atmosphärischen Instrumentals, ein paar krautige Elektronik-Tracks, kombiniert mit einer handvoll alter und neuer Indie Klassiker und dem besten Television Personalities Track der 2000er Jahre (guess which one!).


DJ torstn (Foto aus der Subjektive, denn da alle mit saufen
beschäftigt waren, hat nicht ein Mensch ein Foto von mir
gemacht. Danke auch!)


Und um mir als Blogbetreiber endlich auch mal Sorgen machen zu dürfen, ob's Ärger wegen der Veröffentlichung von fremder Musik im Netz gibt - und natürlich aus dem üblichen Geltungsdrang - gibt's jetzt hier die Soundcloud von diesem einmaligen (für 2011) Ereignis...

9.4.2011 - Georg's Geburtstagsparty @ Waggon Offenbach by torstn_kauke




CUBINAM'S LO FI DISKO REMIX

Höhepunkt des Sets (und neben der Profilneurose Hauptgrund für die Veröffentlichung auf diesem blog) war natürlich der Brandneue 2011-er Remix von Superstolk's LO FI DISKOTHEK gewesen, der erstmals öffentlich (von mir jedenfalls) abgespielt wurde: Cubinam's HI FI Dirty Dub Remix. (ab 1:45 h).

Der gefällt sowohl Superstolk wie auch allen so gut, dass ernsthaft über eine erweiterte Neuveröffentlichung der legendären Lo FI DISKOTHEK-Remix CD nachgedacht wird, die - weil Auflage 50 Stück - natürlich schon seit 2008 vergriffen ist.

Wer keine Lust hat, sich durch den lahmen Kram zu zappen, den ich im Waggon aufgelegt habe,kann sich - Soundcloud hurra - auch nur den starken Cubinam-Remix anhören:

LoFi Diskothek - Superstolk ( HiFi Dirty Dub remix by Cubinam ) by Cubinam

Dort findet man auch allerhand andere Tracks von Cubinam die seine riesige Bandbreite von Ambient, Rap, Techno bis Chillout gut präsentiert und die mal anzuclicken noch niemand bereut hat!

P.S. - Und natürlich ist das mit dem "nur einmal im Jahr auflegen" hauptsächlich affektiertes Getue - wenn man mich nett fragt, ob ich irgendwo auflegen will, würde ich das Konzept sicherlich sofort übern Haufen werfen. Aber es fragt ja keiner (bzw. nur einmal im Jahr).

My only DJing Date for 2011 took place on april 9, 2011 at Georg's Birthday at the Waggon Offenbach...Here you go: A tasteful mixture of atmospheric Instrumentals, some krautish electronic tracks cobined with some of my favourite new indie classics and - of course - the best TV Personalities track from the 2000s.
This mix also contains the first public play of Cubinam's new HiFi Dirty Dub Remix of Superstolk's "Lo Fi Diskothek" (at 1:45)...We like that so much that we're thinking abot a new release of the legendary Lo FI DISKOTHEK REMIX CD (which was limited to 50 CDs and is sold out since 2008).

Mittwoch, 30. März 2011

Es rittert auf allen Kanälen...



Ich möchte es mindestens mal als umtriebig bezeichnen, was mein geschätzter Bandkollege Herrjoergritter da im Moment betreibt - denn nachdem jahrelang hauptsächlich die Schublade Freude an den musikalischen Ideen des Herrn R. hatte (und die treue Hörergemeinde seiner monatlichen Seepferdefahrgäste-Radioshow), schickt er sich nun an, scheinbar alle Parties gleichzeitig zu rocken! Gut so!

Schaun wir uns das mal an:

1. Elektropunk: Siebentausend Arschgeigen featuring herrjoergritter

Da wäre zum ersten ein neuer Track auf seiner (gestern hier bereits vorgestellten) neuen Bandcamp-Seite: die tragikomische Geschichte von Bat- und Spiderman nämlich. Eine Nummer, die schon ein Jahr vergeblich auf die versprochene Vinyl-Veröffentlichung wartet - nun aber wenigstens schon mal das Licht der virtuellen Welt erblickt hat. Die Nummer klingt so:



Eingespielt hat Herr R. dieses Elektropunk-Feuerwerk gemeinsam mit den 7000 Arschgeigen, einer rührigen Ein-Mann-Punkband, die nur aus dem Sänger und Gitarristen "Sackhaargranate" zu bestehen scheint (...wobei aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen kolportiert wird, hierbei handele es sich um niemanden anderen als HJR selber???).

NORMALITÄTin der BRD by siebentausendarschgeigen

Wieso eine Band einen solchen Namen tragen will, wird übrigens auf dem Seepferdefahrgästeblog ausführlich erklärt:

Bandleader und Gitarrrist estraordinär "Sackhaargranate" erklärt den Namen so:

"Damals begann grade, die Piratenpartei irrsinig viele Stimmen in kürzester Zeit zu gewinnen. Weil Wahlen waren und wir alle irgendwie keinen von den Anderen wählen wollten oder mit gutem gewissen konnten.
Ob wohl die anderen Parteichen (die REPs und so) auch diesen Frustzuwachs zu verzeichnen hatten? Ich guckte mal, wieviele Mitglieder die anderen nennenswerten kleinen Parteien so zusammen brachten: irgendwie dümpelten alle immer um die 7000 Mitgliedern rum.

Also wie gesagt die nennenswerten Miniparteien, die, die irgendwie nie da sind, aber eben auch nicht weggescheucht werden können weil: Demokratie. Man muß also, dachte ich, 7000 Arschgeigen zusammen bekommen, um hierzulande ein politischer Faktor zu werden. Und seis nur ein Störfaktor. Das Tüpfelchen auf dem "i" im Wort "Scheisse", wie es Michael Cain so treffend in "Wasser" formuliert hat. Na, und dann ham wir uns vor dem Spiegel getroffen (schließlich sind wir eine Ein-Mann-Band) und stundenlang gegehirnstürmt und schon war unser Name geboren."



2. Chip-Tune-Epen: Siebentausend Arschgeigen, Gabberment, herrjoergritter


Eben diese 7000 Arschgeigen haben nun gleichzeitig auch ein Stück auf einer unglaublichen neuen Internet-Compilation veröffentlicht - die "1 Second Chipnoise Comp Which Took Way Too Long".

Im Gegensatz zu vielen anderen Chiptune Compilations zeichnet diese sich durch eine extrem erfrischenden Abwechlungsreichtum aus - keiner der 259 hier vertretenen Tracks ist nämlich länger als eine Sekunde!




Das lustige Gequäke sollte man sich bei voller Lautstärke in seiner Gesamtheit (259 Tracks = viereinhalb Minuten) anhören und dabei das lustige Spiel "Spot the HJR Track" spielen. Macht mal, hier:

1 second chipnoise comp which took way too long (all tracks)

Das ganze kann man sich auch bei Archive.org herunterladen, genauer gesagt hier.



3.
LIVE BREAKCORE: Gabberment

Ebenfalls auf der "1 Second Chipnoise Compilation" vertreten sind GABBERMENT - und das ist das Elektro-Prügel-Breakcore-Duo um Michael Laven und - wer sonst? - einmal mehr herrjoergritter!


Einige lustige bis extreme Tracks der beiden kann man sich bereits seit einem
Jahr auf ihrer
Soundcloud anhören, wie etwa diesen hier:

GABBERMENT - entering the gabberment by gabberment


Das Spass- und-dabei-Bier-trinken-Projekt wird nun aber durch die bevorstehenden Ereignisse auf ein ganz neues Level gehievt, wenn Gabberment nämlich am 7. April die Vorgruppe für
Otto von Schirach im Frankfurter U60311 machen!
...jaja, richtig gelesen, nicht Baldur von Bismarck sondern Otto von Schirach!
Und Gabberment als Supportact! (*).


Ein Live-Ereigniss, über das hier noch zu berichten sein wird!

Mehr Informationen zum Konzert gibt es übrigens hier, wo ich den Flyer geklaut habe.

______
(*) Der Vor-Support-Act DJ STINKHEAD ist übrigens ein alter Bekannter für Freunde des Waggon Offenbach, wo dieser die experimentelle Monatsveranstaltung KLIRRBAR organisiert und auch bereits des öfteren live aufgetreten ist (was man im Waggonarchiv nachhören kann).


No one can stop HJR now! Besides his new track on
Bandcamp, that i mentioned yesterday, there's a second track
to be dicovered now - played together with the german one man punkband "7000 Arschgeigen" . HJR and the ARSCHGEIGEN also appear on a new chiptune-compilation called "1 Second Chipnoise Comp Which Took Way Too Long"... on which can also be found a track by Gabberment, another new project by HJR (together with Michael Laven this time) which is dedicated to hard but amusing Breakcore. With this project they also will be playing live on April 7 in Frankfurt am Main, supporting Otto von Schirach. Wow! Who can stop HJR now? (The correct answer is: no one).

Dienstag, 29. März 2011

Die Vögel singen irgendwas und der Regen ist auch nicht mehr ganz so nass...

Herrjoergritter (links)


Herrjoergritter (HJR): MEZ (Online-Single, 2011)


Es gehen Gerüchte umher im Land, dass es auch dieses Jahr wieder zu einem sog. "Frühling" kommen soll...
Und der passenden FRÜHLINGSHIT dazu stammt dieses Jahr von meinem SUPERSTOLK-Kollegen Herrjoergritter. Der hat es nämlich endlich wahr gemacht und seinen famosen neuen Song "Mitteleuropäische Sommerzeit (MEZ)" auf einer eigens dazu eingerichteten BANDCAMP-Seite veröffentlicht! Und was soll ich sage: das schreib ich nur nicht so, das ist ECHT EIN FRÜHLINGSHIT. Hörnses doch selber:




Ritter's Seepferdefahrgäste-Blog weiss zu erzählen:

" das hübsche stück vom frühling, das loblied auf die anti-histamine, die ode an die MESZ ist justament auf der plattform BANDCAMP upgeloaded worden und kann ab sofort angehört und ab übermorgen sogar GEKAUFT werden!
der mögliche erlös
kommt der angestrebten SINGEL (sic!*) mit remixen und am end´ sogar VINYL zu gute!"
____
* (endlich kann ich mal "sic!" schreiben. oh that academic feeling! der autor)

Der Frühling auf Vinyl? Das wäre es ja wohl... Deshalb bitte doch den Song einfach tausendmal kaufen, dann wird dieses Jahr auch alles gut. Und gut solls doch auch sein, bittesehr.

Check out my Mr. Herrjoergritter's new single - an "ode to spring, Anti-hystamine and the Central European Summer Time (Mitteleuropäische Sommerzeit)" which he has just released on his new Bandcamp site.





Das war der Hafen...

Und hier der versprochene Rückblick auf das Superstolk-Konzert vom 10.3.2011:


Foto: Valentin Popa


Spassiges Konzert in seltsamer Atmosphäre (um mal etwas nettes über die Hafen2 Nachtcafé-Halle sagen, hehehe) - eigentlich sollte SUPERSTOLK ja nur der special guest bei Jörg Ritter's regelmässigem Seepferdefahrgäste-DJ-Hafen-2-Abend sein, dann aber haben die vom Hafen in ihrem Programm nur das Konzert angekündigt - und so wurde Jörg GastDJ beim Superstolk-Konzert.


Foto: Valentin Popa


Spielen mussten wir trotzdem über die DJ Anlage, was für die Popgruppe Superstolk aber kein Problem darstellte - wenn man mal vom grottenschlechten Sound absieht...Aber seit wann sollte das ein Hinderungsgrund für eine Kultgruppe sein? Immerhin fand diesesmal keine brüllend laute Disco-Veranstaltung parallel im Nebenraum statt, wie bei unserem letzten Hafen2 Konzert, das erfüllt einen doch schon mit Dankbarkeit...

Foto: Valentin Popa


Foto: Torsten Kauke

Foto von der Setliste - da kann ich mir sparen, zu schreiben, was wir gespielt haben. Jedenfalls alle Hits von 1995 bis 2011. Und ein paar ganz neue Sachen.
Und ein paar völlig aus der Luft gegriffene Improvisationen. Natürlich waren das wie immer die besten Stücke.
..


Foto: Valentin Popa


Foto: Torsten Kauke


Foto: Torsten Kauke


Als netter Audioschnipsel also gibt es jetzt hier eine Liveversion vom bisher unveröffentlichten Esoterik-Tarot-Karten-Klassiker "Dieselbe Karte"...


Superstolk: Dieselbe Karte (Live 10-3-2011, Hafen2 OF)

Danke an Valentin für die Fotos... Wenn jemand noch welche gemacht - ich tät mich freuen, Kopien davon zu kriegen (nicht wahr, Georg??). Dieser post wird dann mit mehr Fotos upgedatet!