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Mittwoch, 24. August 2011

Idiotmusic for Idiotpeople


Looplab: "Looped Labour - Selected Offenbach am Main Tracks" (C-60, sht 047/elHu 009, 1997)

Was hat sich der Künstler dabei nur gedacht???
Eine Frage, die einem ja bei so manchem Kreativerguss, den man hören, lesen oder sehen muss sofort in den Sinn kommt... eine Frage ganz anderer Dimension aber, wenn man noch dazu selbst der Künstler ist, dessen Intentionen man nicht so ganz nachvollziehen kann...

Soviel mal als Einleitung zum ersten Kassetten-Album von Looplab, das elektronische Musikprojekt, mit dem ich meine ersten Ausflüge in die rein elektronische Musik unternahm... Das war 1997 und es waren die Tage von Cubase 3 und der Möglichkeit, den bis dato nutzlosen PC endlich für was Sinnvolles zu verwenden - nämlich als Midisequencer für durchgeknallte elektronische Idiotenmusik.

Erst war MIDI und das alles für mich eher eine mittelgrosse böhmische Kleinstadt gewesen, dann gab es den ersten Synthesizer in der WG meines Bruder Raul und mir, mit dem wir bereits seit 1995 verrückten Kram auf dem Vierspurrekorder aufgenommen hatten - nun aber hielt der erste PC (natürlich Windows 95!) bei uns Einzug und tatsächlich gelang es uns nach und nach, alle elektronischen Instrumente, die wir bereits angeschafft hatten, miteinander zu verbinden und gleichzeitig anzusteuern.

Dieser Wissenssprung war hauptsächlich dem technischen Verständniss meines Bruders geschuldet, der sich in dieses Thema hereinsteigerte und sogar herausbekam, wie man die Prä-MIDI-Teile unseres Equippments (- zum Beispiel unseren allerersten Punkschlagzeuger: den Korg-Drumcomputer ddm110, vergl hier) in diesen Kreislauf einbinden konnte (...nämlich mit dem M.A.U.S.I. von Doepfer, anybody remember das M.A.U.S.I. ??)...

Jedenfalls, ab nun wurden unsre Nächte zu Tagen und wir schoben die ganze Nacht kleine Soundklötze auf dem Rechner hin und her. Wir fühlten uns wie in der Zukunft angekommen und hatten sogar hin und wieder das Gefühl, wir würden so etwas wie Techno produzieren. Ha, wie man sich selber täuschen kann.

Denn diese Musik war eher - besonders, was die Looplab-Stücke betrifft - wie eben schon mal beschrieben: einfach bloss elektronische Idiotenmusik.
Auf gar keinen Fall tanzbar, gerne mal ins Atonale rutschend und mit einer seltsamen Vorliebe für die besonders cheesigen General-Midi-Sounds, die unsere AKAI Synthesizer damals so ausspuckten.


Na, ich will mal objektiv bleiben, meinem Bruder gelang das ganz gut mit dem tanzbar und trotzdem komisch klingen, wie sein erstes Tape-Album immer noch eindrucksvoll beweist (sieh und hör hier).

Aber den Tracks, die ich damals produziert habe, kann ich bis auf wenige Ausnahmen heute noch nur ein "mangelhaft" (oder höchstens ein "ausreichend" wegen der mündlichen Beteiligung) erteilen. Das ist kranker unfertiger Scheissdreck, den anzuhören einfach niemandem Spass machen kann!!

Nur drei Stücke entgehen diesem ehrlichen Urteil. Da sind erstmal die beiden Versionen von "Magic Motor", ein schön monoton puckerndes Ambientstück, allerdings mit einem viel zu hektischen, scheinbar amphetaminbefeuerten Beat, der ja fast schon Gabber ist (ohne, dass das Stück wirklich Gabber ist, wie Herr Ritter neulich anmerkte). Und "La Clatche Permanent", das irgendwie echter Breakbeat ist, ohne, dass ich damals gewusst hätte, was Breakbeat eigentlich ist (und irgendwie vage von diesen superhektischen Aphex Twin Tracks beeinflusst ist, die man damals immer hörn musste, um als hip zu gelten oder sich wenigstens so zu fühlen)...

Das Stück, dessen Titel durch geschickte Buchstabenerweiterung sowohl dem kosmischsten aller Free Jazz Orchester wie gleichzeitig auch meiner damaligen Freundin gewidmet war, ist zwar echt scheisse, ich verbinde aber aus den vorher gennanten Gründen doch mehr damit, als das Stück euch je geben kann.


Tut euch also selber einen Gefallen, und ladet euch das Teil bloss nicht runter, damit ihr die magischen Motormelodien nicht hören müsst - manchmal ist nämlich everything better without music. Tut, wie ich euch sage, gehorcht!

Für die jedoch, die sich ihre Meinung immer noch lieber selber bilden, oder auch für die Komplettisten (dies ist ja trotzallem schweinehund-tape nr. 47!) - und nicht zuletzt natürlich für alle Idioten da draussen, die endlich mal wieder SCHÖNE MUSIK hören wollen:

Download: LOOPLAB "Looped Labour": Mediafire


Seite A

A1. Magic Motor (normal)
A2. Brilliant
A3. Original Spast (Minusmix)
A4. Sun Tra
A5. Aerotron
A6. Stahlnetz

Seite B

B1. La Clatche Permanent

B2. Golden Retriever
B3. Deepsnare Seventy-Six
B4. Magic Motor (bleifrei)
B5. Art Simulator


Für wesentlich angenehmere elektronische Sound von mei'm Bruder und mir (später haben wir das ziemlich gut hingekriegt, finde ich) empfehle ich weiterhin die beiden "el.Hund Compilation tapes" (Nummer Eins hier, Nummer Zwei hier) oder gleich die sechsteilige, geschmackvolle CD-Serie "KIXmusik", die man nach wie vor hier finden kann. Weil besser gings auch damals schon immer!.


Don't listen to this unless you are an idiot - for it's real idiot's music! This is the first tape album by my electronic music project "Looplab" and - to be honest - it's scheisse. There are some quiet interesting tracks but most are strange and extremly undanceable midi mutations you wouldn't ever like to hear. be warned. and do as i tell you: do not download. just don't do it. obey! or you will regret it even more than you could imagine now... unless you're an idiot that is. in this case: download this tape here (or here), it sounds sweeter than anything you have ever heard in your whole life. and you can dance to it, too. hey...

Dienstag, 14. Juni 2011

Gespräche über Magnettonbänder mit Schmidt

Mit Dr. Matze Schmidt - Kopf der Berliner Elektroprotest-Punkband 38317 - mache ich bereits seit über 20 Jahren hin und wieder Musik. Ende Mai 2011 war er ein paar Tage in Offenbach, um am BENDED REALITIES FESTIVAL im Waggon am Kulturgleis teilzunehmen.
Eine gute Gelegenheit für mich, ihn endlich mal nach den vier Audiokassetten zu fragen, die sich teilweise schon seit 20 Jahren in meiner Sammlung befinden, zu denen mir aber jede weiterführende Information fehlte.



Dr. Matze Schmidt mit modischem Hut (1)

Das "Blind Date" in dem ich ihn mit den Aufnahmen seiner alten Kassetten konfrontierte, wurde schließlich zu einer sehr angenehmen Plauderei über die eigene Biografie mit musikalischen Anekdötchen... Anstatt es also zu komprimieren und in einen eher langweiligen Infotext zu formen, hab ich mich dazu entschlossen, es deshalb hier mehr oder weniger vollständig abzu"drucken". Labertaschen unite!
(T. = Torstn Kauke, M. = Matze Schmidt)


Erstes Tape:
"Matthias Schwarze" (C-12, 1990, kein Label)




T. - Hier ist das älteste Tape, das ich von dir habe, damals nanntest du dich noch Matthias Schwarze. Erinnerst du dich noch, wie diese Aufnahmen entstanden sind?
M. - Ja, das weiss ich noch genau....Meine Eltern sind umgezogen in ein Haus und das stand leer noch, da standen die Möbel noch nicht drin, da gab es einen geilen Parkettboden und da hab ich die Aufnahme gemacht...
T. - Im leeren Parkett-Wohnzimmer
M. Ja, so depri...Das waren dann so Aufnahmen, die ich mit Kassette gemacht habe und dieser leichte Hall kam dann eben von dem leeren Raum... Rumgeschreie, ne, so Urschreie eben...
T. - Aber irgendwie sind die noch so komisch gefiltert, was hast du da gemacht??
M. - Da hab ich die Kassetten zerknittert...
T. - Echt?
M. - Ja, und dann nochmal aufgenommen und nochmal zerknittert - ich glaube, es gab ein bis zwei Arbeitsschritte mit Zerknitterei... Also, das Mastertape war dann zerknittert in zwei Zerknitterstufen: einmal zerknittern, überspielen, dann nochmal zerknittern, aufnehmen...so ungefähr...
T. - Aha...! Das hatte mich die ganze Zeit interessiert, wie du diesen Effekt auf der Stimme gemacht hast, heute würde man da 30 verschiedene digitale plugins hintereinander schalten, damit es irgendwie zerknittert klingt...
Wann war das? 1990, oder sogar noch früher?
M. - Ja, das war noch während meiner Zivizeit,da kannten wir uns glaube ich sogar schon...
T. - ...Na klar, sonst hätte ich das tape doch garnicht!
M. - Ach ja natürlich...Also so 1990... Und da ging es wirklich so darum, die ganze Scheiße irgendwie rauszulassen, das war auch sehr stark expressionistisch, emotional und leck-mich-am-Arsch...
T. - Zweifelsohne!!
M .- Und es sollte kein Song sein, sondern einfach nur Uääähhhrghhh...
T. - Isses ja auch geworden....
M. - Das war natürlich auch in der Zeit, als ich im Plattenladen "Metal Machine Music" von Lou Reed entdeckt hatte...Und ich hab viel Stockhausenzeugs in der Zeit gehört und obskure Tapes...
T. - Ja, die "Metal Machine Music"...die hast du mir damals auch aufgenommen, als ich mit meinem Bruder mal zu Besuch war... - als wir in dem Proberaum deiner damaligen Bluesband so Stücke wie "Wenn Du Mal Nach Kassel Kommst" und den ganzen Kram aufgenommen haben...- an diesem Wochenende hast du mir die "Metal Machine Music" aufgenommen - seitdem geistert die auch in meinem Kopf rum!
M. - Der Ulrich -...ich glaube, der heisst Ulrich Krieger, der hat ja eine Partitur aus diesem Metal Machine Music gemacht...für diese Zeitkratzer...
T. - Ach ja, die sind damit ja schon zusammen mit Lou Reed aufgetreten...
M. - Jaja, genau!

Download "Matthias Schwarze"

(Anmerkung: Seite A diese tapes ist nur auf dem linken, Seite B nur auf dem rechten Kanal bespielt. Nur so zum Spass habe ich uns allen zusätzlich noch einen Stereo-Remix gebastelt, auf dem beide Kanäle gleichzeitig zu hören sind.)



Zweites Tape:
Die drei ??? - Demotape (C-15, 1992, kein Label)




M. - Was ist das jetzt??
T. - Das sind die 3 Fragezeichen...
M. - Ach ja, "Das Urteil"
T. - Vorallem erstmal "Saugnäpfe", das fand ich immer schon besonders geil...
M. - Da singt der Markus...
(Wir hören eine Weile dem Song mit seinem ewigen Refrain "Saugnäpfe, Saugnäpfe" zu)

M. - Der Markus ist jetzt Sozialarbeiter...Diplomsozialmensch...spezialisiert auf Typen mit Agressionen, glaube ich...Also, Anti-Agressionstraining macht der.
T. - Der spielt hier Gitarre und singt...Und du singst "Saugnäpfe" und spielst die Blockflöte ? Aber ihr ward doch schon drei, oder?
M. - Wir waren drei? Wie hieß denn der Dritte? ...
(denkt nach, ihm fällts aber nicht ein)

Scheisse... Ich weiss nur noch, der war damals Bäcker...Hatte auch schon ein Kind... Ich glaube, Markus spielt Gitarre und der Bäcker - wie heisst der denn nur- der spielt Blockflöte und ich mache diesen Saugnäpfffffffffe-Kram...
T. - Damit seid ihr damals auch aufgetreten, oder?
M. - Es gibt ein Video davon, ganz aufwändig, mit drei Kameras...
T. - Stimmt, das hab ich damals auch mal gesehen... Aber ihr seid mit dieser Musik nie aufgetreten, oder?
M. - Doch, wir haben mal einen Gig in ner Kneipe gemacht, in Kassel, die so 'ne Art Blueskneipe werden wollte
T. - Und nachdem ihr da gespielt hattet, konnten die das nicht mehr, hahaha...
M. - Tatsächlich war es dann auch so, die haben da dann bald dicht gemacht.
Da haben wir also einfach behauptet, also so getan, als könnten wir Blues spielen... Das war ein fulminater Auftritt, das war gut...

(Zweiter Song "Das Urteil")

M. - Ah, "Das Urteil", das hat mir immer gut gefallen...Unser Punkstück!
T. - Mit dir am Schlagzeug
M. - Ich am Schlagzeug, ich mach aber nur so duff-duff-duff... und da singt der Bäcker. Sehr geil! Die Idee war, sowas zu machen wie Trio, nur härter. Was einfaches - aber hart.
Das war unser geilstes Stück...
Ich lebte damals hinter einem Baumarkt, in so einem ehemaligen Bürogebäude, in Kassel in der Leipziger Straße, und hatte da einen Raum, der nur Proberaum war, direkt neben meinem Zimmer. Ich musste als nur die Tür aufmachen und schon war ich im Proberaum, das war ein genialer Zustand.
Aber es war auch Terror, denn morgens hört ich immer den Gabelstapler fahren, direkt neben meinem Bett sozusagen... Das ging irgendwann nicht mehr... Dort haben wir diese Songs geprobt und gespielt und auch aufgenommen.

Und einmal sind wir abends nen Döner essen gegangen und sassen dann draussen so rum, irgendwann ging da die Alarmanlage an und wir haben noch so gewitzelt "Höhö, gleich kommen die Bullen, was ist denn da drüben los??" Dann sind wir zurückgegangen und wollten unsere Sachen noch zusammenpacken, unsere Autos standen da noch rum, wir hatten damals alle Autos. Plötzlich Reifengequietsche und drei, vier Polizeiautos um uns rum..."Was machen Sie hier?" Ich sag, ich wohne hier und die "Na klar, Sie wohnen hier...". Dann ging ich rein um meinen Personalausweis zu holen. Und als ich aus dem hell erleuchteten Raum wieder in die Dunkelheit rauskomme, sehe ich erstmal nichts, reiche denen meinen Perso, reisse die Augen auf...- und gucke direkt so in die Wumme rein. Und der Bulle: "Jetzt halten Sie mal bitte n bisschen Abstand, ja?". Da dachten die halt, wir hätten da eingebrochen...das war so eine der geilsten Geschichten mit den drei Fragezeichen....War ne lustige Band, aber wir sind nie soweit gekommen, die Ansprüche waren zu unterschiedlich...
T. - Und wann war das gewesen??
M. - So um 1992 herum...
T. - Ich erinner mich, das war so um die Zeit, als wir unseren KIX-Verlag gegründet hatten und uns gesagt hatten, das wir jetzt ne Firma namens "KIX multimedia" sind, da lag das Video nämlich eines Tages in der Geschäftspost...
M. - Das letzte Stück "Okay" sollte auch so ein Minimalstück werden mit kürzestem Text, nur "Super", "Geil" "Klasse"...Ich habe Gitarre gespielt und der Beat kam von einem Yamaha Keyboard und einer klopft drauf rum und wählt möglichst viele Sounds nacheinander an und spielt. Ich glaube, wir haben damals gar keine Vierspur Aufnahmen gemacht sondern alles gleichzeitig aufgenommen, ohne Overdubs.
T. - Mehr Gigs ausser dem in der Blueskneipe habt ihr aber nicht gemacht??
M. - Wir hatten noch einen in einem ehemaligen Loch - das hieß auch Loch - und dann noch so ein paar private Auftritte, aber mehr nie...das ging dann ziemlich schnell ein.
Das lief dann mit nem anderen Kompagnon unter dem Namen "Drei Fragezeichen" nochmal weiter, da gings dann mehr so Richtung Kunstmucke. Das war die Zeit, als plötzlich viele Leute drauf gekommen waren, mit CDs was zu machen. Und der Thomas hatte einfach entdeckt, dass es so einen Klackersound gibt, wenn man die CD schnell vorspult... Da entdeckten wir auch Oval und dachten uns, ah ja klar, die machen im Prinzip auch nichts anderes...Ich hab dann so Gitarrengewummer gemacht und er so klickklichklickklickklickklick dazu... Da haben wir dann auf einer Ausstellung "Bilder einer Ausstellung" neu vertont
T. - Mit einer Mussorgsky-CD vermute ich??
M. - Natürlich - klickklichklickklickklickklick! Und da hießen wir dann auch die drei Fragezeichen, obwohl wir nur zu zweit waren. Da gibt's auch Aufnahmen davon.

Download: Die drei ??? "Demo"


Drittes Tape:
Copyright - "Dermic" - Unikat (C-60, 1997, NoGround)





M. - Ohhh - ich weiss noch nicht mal mehr, wieso das "Dermic" heisst...
Das war 1997, da hatte ich mein Studium fast beendet und da war Achim Wollscheid in Kassel auf 'nem Kongress, den hatte ich eingeladen aus Frankfurt. Ich interesierte mich für so repetative und auch automatisierte Geschichten. Und der Achim Wollscheid hat damals was sehr geiles gezeigt. Ich weiss nicht mehr genau, wie das aufgebaut war, so eine Mischung zwischen analog und digital. Er hielt da einen Vortrag, sprach ins Mikro und dieses Signal durchlief verschiedene Filtersysteme und wurde wieder ausgespuckt, als Noise, als Klackerdiklacker-Geschwurbel...
Aber man konnte die ganze Zeit auch gucken, welches Gerät macht was, das war alles auf einem Tisch aufgebaut. Und er hatte auch so kleine Geräte gebaut, die nach random-Prinzip, softwaregesteuert mechanische Schläge austeilten, z.B auf Glas. Das hatte mich damals stark beeindruckt.LinkT. - Wie hast du aber diese Tape gemacht??
M. - Ich glaube, das ist ne CD, die hängt. Oder, nein - ich hatte damals einen CD-Recorder, da konnte man ganz kurze Stücke mit sampeln, also in dem Sinne, dass man sie immer wiederholen lassen konnte, kleine Loops. Das hab ich gemacht und dazu noch diese Fläche mit einem Synthie gespielt... Das ist also eine Vierspur Aufnahme.
Und dann hab ich diese Kassette dem Achim Wollscheid damals auch noch geschickt und der nur so "Jajaja, schön, gut gemacht!". Das war ne sehr inspirierende Zeit, ein Jahr später hatten wir dann z.B. Asmus Tietchens und Monolake nach Kassel eingeladen, die haben alle performed bei uns in so nem Laden, den wir angemietet hatten. Das war eine richtig gute Zeit, um diese ganzen Sachen alle noch mal zu durchdenken...
T. - Ich erinnere mich gut, dass dieses Tape häufig bei uns in Offenbach in der Hochschule für Gestaltung in der Cafeteria lief. Wenn mein Bruder und ich da einmal in der Woche arbeiteten, lief da ausschließlich elektronische Musik von uns und von Freunden und Bekannten.
M. - Das ist ja geil, das war dann so richtig euer Club, oder wie ?
T. - Ja, wir haben die eigentliche Arbeit in der Cafeteria auch immer eher als lästige Nebensache wahrgenommen, damit wir da unser Zeug spielen konnten, Und das war auch immer ein guter Anlass, mehr Musik zu produzieren, weil man da ein Publikum hatte und gucken konnte, wie die so reagieren...
M. - Und wie fanden die Leute das?
T. - Ja, das kam meistens gut an, viele hatten das garnicht als "selbstgemacht" wahrgenommen, die haben wahrscheinlich gedacht, wir haben die geilen Scheiben von noch unbekannten Technogrößen....
M. - Ich erinnere mich, es gab da in Kassel ein kleines Antiquariat, in dem ich immer eingekauft habe, und da hab ich dem mal ein paar selbstgebrannte CDs in nem kleinen Schuber gegeben, "Kannste die vielleicht verkaufen? Hör doch mal rein!". Und da kam ich am nächsten Tag wieder und der Typ nur "Unhörbar, kann ich nicht verkaufen...".
Und dann hab ich damals auch aufgelegt, im "Haus" in Kassel, und da auch hin und wieder eigenes Zeug gespielt, und ich weiss noch, eine Situation, da gabs ne Diskussion und einer sagte "mach doch mal Musik". Und da sagte ein anderer "Ja aber der Matze legt doch grade auf".. "Aber welche Musik denn?" Denn das waren nur so leise Töne und Blub-blub-Geräusche...

T. - Also, ich mag diese Kassette sehr, das fließt so schön vor sich hin und geht eine Stunde so durch...Und wegen des Titels "Unikat" hatte ich mir überlegt, ob du das alles in einer mehrstündigen Session live auf tape gespielt hast, jedes tape also einen individuellen Teil aus der kompletten Session enthielt...

M. - Ja, klar, das ist alles live eingespielt worden - aber ich hatte nicht das Konzept, dass jede einzelne Kassette für sich live aufgenommen wurde.
T. - Was ist denn hier jetzt eigentlich der Projektname und was der Titel des Tapes??
M. - "Copyright" war das Projekt und "Dermic" sollte wohl das Stück heissen...aber warum weiss ich nicht mehr...hört sich n bisschen an wie "Gedärme"...
T. - Oder wie "Der Mikrofon"
M. - Wahrscheinlich sollte nur etwas mit "mic" drin sein und ein "R" sollte auch drin sein... Wahrscheinlich irgendein Anagram von irgendwas, was ich schon wieder vergessen habe... Und NoGround sollte ein Label werden und die Idee war wirklich, Leute mit Kassettenaufnahmen zu featuren...
T. - Ja, mein Stück "Balkon Electrique" ist da doch damals auch erschienen...Mit deinem gesprochenen Stück auf der B-Seite...
M. - Damals kam von Microstoria diese Scheibe raus mit den Balkonen auf dem Cover (Init Ding) - und das passte oberflächlich gesehen genau zu deinem Stück, obwohl denen ging es ja eher um die repetative Wiederholung eines Musters und um industrielle Architektur - aber es war genau der Hinweis zwischen innen und aussen, zwischen Innenraum und Aussenraum... Das war einfach so simpel, das kam genau richtig, kam genau richtig... Das war privat und war doch nicht privat....in diesen Schluchten in Offenbach...

Download: Copyright "Dermic" Unikat


Viertes tape:
"berro COM" & "2I-I" (tracks, 1997)




T. - Dieses tape hier - du hast selber vorgestern gesagt, du könntest dich überhaupt nicht mehr daran erinnern??
M. - Nee...
T. - Ich weiss, dass das 2 Stücke waren, die du speziell für meine tape-Compilation Reihe "elektr Hund" aufgenommen hast (vergl hier und hier) - und ich weiss noch, dass du drauf bestanden hast, dass die Typo genauso geschrieben werden musste, wie du sie vorgegeben hattest und ich dann verzweifelt in den Sonderzeichen nach irgendetwas suchte, um einen sekrechten Strich zu erzeugen...Das ist die selbe Zeit, auch 1997...
M. - Die Klackersounds hab ich mit einem Synth erzeugt und das andere ist pitching - es läuft da was von Kassette und ich pitch da rum...mit der Geschwindigkeitsregulierung... Das war ein Yamaha Viersprurrecorder, den ich damals hatte...Also, da erinner ich mich nur noch ganz dunkel dran, ich würde das Stück nicht als eines von mir identifizieren, wenn ichs jetzt irgendwo hören würde...
Das war ne sehr autistische Phase bei mir... Ich hab mit ganz vielen Leuten was gemacht, so Projektchen, ganz viel Action, Action, Action - und dazwischen dann wieder ein, zwei Tage, wo ich nur zu Hause so Sachen aufgenommen habe...
Ich hab damals immer so Keyboards und so'n Kram gekauft und musste das immer vor meiner Freundin verstecken, damit die nicht mitkriegt, dass ich schon wieder Geld ausgegeben hatte für irgendwas, was ich mir nicht hätte leisten dürfen...
T. - Oh ja, das kommt mir auch noch sehr vertraut vor...
Beim nächsten Stück - da konnte ich mich auch nicht mehr dran erinnern - hast du Stücke von mir und meinem Bruder reingemischt, das ist also quasi ein Remix von den Stücken, die auf dem ersten Elektr. Hund Compilation Tape vertreten waren als Stück für das zweite Elektr. Hund Compilation Tape... aber da weisst du wohl auch nichts mehr davon??
M. Nee, da weiss ich nix mehr von...

Download: Matze Schmidt "berro com" & "2I-I"



Dr. Matze Schmidt mit modischem Hut (2)

This is an interview with Dr. Matze Schmidt, because i do since more than 20 years musical stuff with him (from time to time) and when he was here last may i took the oportunity to ask him about four tapes i got from him but had no informations about them anymore. Very intelectual and experimental electronic art stuff that you are only allowed to download, if you can read the full interview in german without googling for words you don't know. Otherwise don't touch or your head will explode (or implode, depending on what's inside).

Samstag, 12. Juli 2008

Mehr elektrischer Hund


cov_kleen.jpg

elektr.hund_kompilation_no_2
(1997, C-60, schweinehundtapes sht48)


Hier das zweite "elektr. hund"-Compilation-tape von 1997. Wie das erste ist dies hier voll mit exklussiven Stücken elektronischer Bauart, das auf dem schweinehundtapes-Unterlabel "elektr.hund" veröffentlicht wurde. Special an dieser Kassette sind die vielen Gastbeiträge von Leuten, die sonst gar keine oder nur wenige Stücke veröffentlicht haben.
So haben wir mit Tachyon und Lost Childhood zwei Musiker aus dem KIX/Kaktuxxe-Umfeld (den Pepi und den Mica nämlich), die hier zum ersten Mal mit einem elektr. Stück an die "Öffentlichkeit" traten. Oder Neon-Express, hinter dem Diane (von fym et diane, click mal hier) mit einer ihrer seltenen, sonst stest unter Verschluß gehaltenen Solostücken, oder hochexperimentellen Kram vom Matze Schmidt. Nicht zu vergessen Herrn Bernd Thiele, heute beliebter Offenbacher D.J. (blogbesuch bei mausclick) mit einem ziemlich spannenden Minimalstück. Ich bin mir nicht sicher, aber könnte sein, daß das hier bisher das einzige Mal war, daß der mit einem eigenen Stück in Erscheinung getreten ist. Neben diesen Künstlern dann natürlich auch exklussive Tracks von Raultronic, bloob.mud (a.k.a. Fym) und meine eigene kleine Elektroklitsche, Looplab.

This is the second "elektr. Hund" Compilation-tape from 1997, it contains a lot of interesting electronical tracks by the usual elektr.Hund artists plus some tracks by people who hadn't released anything before (or after).

LinkDownload: Mediafire


Bernd Thiele - Eins

Donnerstag, 5. Juni 2008

John Cage hatte wieder mal recht...

Looplab / Matze Schmidt "Balkon Elektrique / Electrischer Balcon" (1997, C-60 N0Ground/schweinehundtapes)

"Balkon Elektrique" ist ein 30 minütiges Ambient-Stück meines elektroakustischen Projektes Looplab.
Es ist eine Collage aus Sounds und Geräuschen, die direkt vom Balkon meiner damaligen Wohnung im 13. Stock eines Offenbacher Hochhauses aufgenommen wurden, während ich drinnen im Heimstudio live ein Stück mit Midi-Instrumenten (und Samples hängengebliebener Debussy-CDs) improvisierte. Das fröhliche Kindergeschrei stammt vom Kinderspielplatz, der sich 13 Stockwerke unter dem Balkon befand. Die 5 Hochhäuser, die ihn einkreisen, wirkten dabei wie ein überdimensionales, natürliches Hallgerät. No Delay was used!

1997 wurde "Balkon Elektrique" zusammen mit dem Sprechtext "Electrischer Balcon" von Matze Schmidt in einer seeehr limitierten Auflage auf Schmidt's damaligen N0Ground-Label (noch in Kassel) veröffentlicht. Dieses - vom Autor selbst gelesene - Essay formuliert viel zu gut, worum es eigentlich ging, als daß ich's jetzt nochmal neu verfassen wollte. Ich zitiere deshalb mal zwei Absätze lang Herrn Schmidt:

" Ein Elektrischer Balkon ist das Pendant zu Club und Disco, aber, und das ist der entscheidende Unterschied, er ist immateriell, potentiell nomadisch (...). Vom Wohnungsinneren der geschachtelten Räumlichkeiten betritt man den offenen Vorbau, der aus dem Stockwerk der großen Schachtel (Gebäude, Mietshaus) herausragt und über der Straße hängt. Quasi eine Schnittstelle der sog. Privatsphäre zum sog. Öffentlichen Raum, ein begehbares "Fenster zur Welt", ein halböffentlicher Raum, aus dem man sich wieder in die 4-Wände zurückbewegt. Das Heimstudio befindet sich in der Nähe der Elektrik, die Beschallung von außen wird gemein als Lärmpegel aufgefaßt, das Drinnen des privaten Musikspiels ist die Abgrenzung zum Außermusikalischen, die Beschallung innen ermöglicht die Selektion von Musikalischer Erfahrung, "um sich" mit Monitorboxen oder Kopfhörern "gegen den Ansturm der Töne und Geräusche des täglichen Lebens zu schützen" (John Cage in Dibelius 211). Die berühmte Cagesche Anekdote von den New Yorker Straßengeräuschen, die er, ohne dabei zusätzlich noch durchstrukturierte (determinierte) Musik aus der Konserve abrufen zu müssen, im soundsovielten oberen Stockwerk als ästhetisch Tönendes, eben als potentielle Musik, bewertet (totale Indetermination), übernimmt die Patenschaft für die Entscheidung, eine "atmoaufnahme von unsrem balkon auf den 13 stöcke tieferliegenden spielplatz inklussive flug- & straßenlärm" (Torsten Kauke von LOOPLAB) zu verwenden. Heim und Musik - Außen und Lärm.

Zunächst handelt es sich um die Bearbeitung von 'synthetischen' und 'realen' Klängen. (...) Determinierung von Außermusikalischem zu Musik, parallelisiert mit innermusikalischer Musik. Beide gemeinhin als getrennt aufgefaßte Klanguniversen ziehen eine Linie der Produktivität: Sounds herstellen, ordnen, verwandeln, synchronisieren. Auch die konkreten Klänge mußten qua Bandaufzeichung erst hergestellt werden, konkrete Klänge bestehen demnach aus Selektion, der Ausrichtung und der Frequenzleistung des Mikrophons, der Länge der Aufnahme, der Wahl der Location usw. Konkret ist die Aufnahme, der Take. Das Außermusikalische definiert das Musikalische und umgekehrt. (...) Komponieren hieße also nicht projektiver Zusammenbau, sondern abgespeichertes Modellieren." (aus: Matze Schmidt " Electrischer Balcon", 1997)

Download : "Balkon Elektrique / Electrischer Balcon":
Mediafire

Balkon Elektrique - Der Film:

Im Juni 1997 wurde die Kassette während der "documenta X"-Betriebsamkeit in Kassel präsentiert. Zwar nicht direkt von Matze Schmidt's Balkon herab, wie ursprünglich angedacht, sondern in einer Kasseler S-Bahn Unterführung, mit aufgestelltem Kassettenrekorder (aber ohne Hut) - aber Hauptsache gemacht, nicht wahr? Ich habe die Aktion damals gefilmt, aber - bis heute - nie etwas mit dem Material gemacht. Anlässlich dieses posts (und weil die Szenen in 11 Jahren ja nicht aktueller aber - wie wir - immer älter werden) gibt es endlich auch diese frisch fertig geschnittene Dokumentation zum Thema zu gucken:

"Balkon Elektrique 1997" - Dokumentation von T. Kauke



Wegen des Films gibt's hier mal keinen Extra-Audioplayer, wer nur die Musik hörn will, scrollt das youtube-Fenster einfach weg, so einfach kann das Leben sein!

Samstag, 24. Mai 2008

Intelligent Spastmusic


bloob.mud - Servo Membran, C-20,
schweinehundtapes 1997 (sht 045)


Hier noch so' ne Kassette aus der Spätzeit des scheinehundtapes-Labels. Das erste Tape von bloob.mud, also vom ollen Manutchehr, der heute unter dem Namen fym auf der ganzen Welt bekannt ist und auf seinem extraordinären boogizm-Label anspruchsvolle Techno-Platten herausgibt (und nicht nur dort, man kann auch mal bei Catenaccio reinclicken, da hat er gerade zusammen mit Diane eine neue Platte gemacht, die man sich hier anhören kann!).
Die Stücke auf diesem Tape sind
teilweise ziemlich spastisch - also im besten Sinne des Wortes untanzbar, da der Groove durch fieses Programmieren bei manchen Nummern wirklich ad absurdum geführt wurde. So eine Haltung zu "Dance" ist ja nie wirklich populär geworden (sind nämlich doch alles Huren des Tanzflurs, die Herren und Damen Technoproduzenten, bei aller Abgedrehtheit der Sounds wird sich doch immer um die Möglichkeit des Diskothekeneinsatzes bemüht). Bloob.mud war das damals voll egal - und wenn der Beat doch einmal grade durchgeht, dann baden seine Stücke in herrlich cheesigen 80-er FM-Synthese-Billig-Sounds. Als wäre nie etwas anderes als 1984 gewesen! Nie wiederveröffentlicht worden, das ganze Material. (Nicht nur) Boogizm-Fans sollten jetzt zuschlagen.

mediafire

bloob.mud: cheap

Freitag, 23. Mai 2008

Elektronischer Schweinehund ??


elektr.hund_kompilation_no_1
(1997, C-60, schweinehundtapes sht40)


Mal keine so langen Geschichten schreiben: hier ist schweinehundtape nr. 40 von 1997 - der erste Sampler mit Elektronischer Musik, der auf dem Unterlabel "elektr.hund" veröffentlicht wurde.
Drei Projekte si
nd hier drauf vertreten, nämlich Raultronic (Raul's Raul-Techno-Projekt, von dem ich hier schon mal geschrieben habe), bloob.mud (ein frühes Pseudonym von fym, der heute das erlesene Technolabel boogizm macht) und Looplab (mein eigenes Elektro/Ambient-Projekt, das ich seit 1995 im Bedarfsfall betreibe).Alles hierdrauf sind Exklussivtracks, die sonst nirgends veröffentlicht wurden. Fand eine Weile lang reissenden Absatz, dieses 6o-Minuten tape - man kriegte es bei Raul & mir Mittwochs vormittags in der Cafeteria der Offenbacher Hochchule für Gestaltung. Morgens zum ersten Kaffee gleich ein tape mitgekauft - solche Leute gab es noch in den 90-ern...

a

bloob.mud - inside outside
raultronic - tmu
looplab - original spast

bloob.mud - frogged

raultronic - all left red gear

looplab - acetate

bloob.mud - black star ninja
looplab - smoos'n' hit


b
raultronic - prodomo

bloob.mud - hypnosis

looplab - sweestress
ra
ultronic - swap
bloob.mud - fever
looplab - inv.of killer

raultronic - z-vor


dowload:
mediafire


offenbar hat track 2
einige digitalen macken, bitte hier eine
bessere version downloaden:

("
raultronic: tmu" - corrected version)







bloob.mud - frogged

Donnerstag, 12. Juli 2007

"Zuhause mit der doofen Weltschmerzplatte einen Nachmittag verbracht"


Bum Khun Cha Youth - "Ersatzpunk" ( 7'' Vinyl Single, Kaleido/Rock-o-Tronic Records, 1997)

Diese Platte dürfte wohl, wenn man internet-wikis wie
indiepedia Glauben schenkt, mein musikalisches Hauptwerk darstellen! (...das kommt davon, wenn man erst 2007 auf die Idee kommt, der Welt vorzubloggen, bei wievielen anderen Gelegenheiten es Einritzungen ins eigene künstlerische Kerbholz gab.).

Die Bum Khun Cha Youth - benannt nach dem koreanischen 70-er Jahre Eintracht-Frankfurt-Spieler - war (und ist) die Band von Linus Volkmann. Ja, der Volkmann, den man aus der Musikzeitschrift "intro" oder gar aus seinen eigenen köstlichen Büchern kennen könnte (=sollte).
Volkmann und ich kennen uns noch aus alten Hanauer Deutsch-Punk-Tagen, in denen wir beide in entsprechenden Bands spielten (er: "Die Schwiegersöhne", ich: "Asozialsky und Hatsch"). Das, liebe Kinder, war sogar noch in den Achtziger Jahren. In den Neunziger arbeiteten wir beide beim legendären "Komm Küssen"-Fanzine und zu ungefähr dieser Zeit war es auch, daß die erste Platte seiner Band aufgenommen werden sollte. Ihre ersten Studio-Aufnahmen waren der Band aber zu "clean" und aus diesem Grund wollten sie alles nochmal in dem primitiven 4-Spursound einspielen, mit dem ich damals meine zahlreichen Schweinehundtapes produzierte. So kam es zu einem exzessiven Recording-Wochenende im KIX-Proberaum, bei dem wir 5 Songs aufnahmen. Und weil die keinen Bassisten hatten, spielte ich das Instrument selber, nachdem man mir schnell die nötigen Akkordwechsel erklärt hatte (war ja Punkrock, ging also schnell). Das ist quasi die ganze Geschichte meiner Bum Khun Cha Youth-Karriere. Letzten Endes entschieden sie sich dann doch zu 75% für die ursprünglichen Studio-Aufnahmen (auf denen ich NICHT Bass spiele!) - aber mit der Lo-Fi Version von "Nicht so Egal" kam dann immerhin ein Stück dieser Session doch noch auf die Platte. In den nächsten 2 Jahren gab es noch ein paar weitere Versuche von mir, Bum Khun Cha-Material zu bearbeiten (da liegen noch einige interessante, nie veröffentlichte Remixe von Superstolk 2000 auf meiner Festplatte...), aber irgendwie kamen all die Versuche dann nie wirklich zu einem Ergebnis. Schade.

Findense also hier - die Ersatzpunk-EP der Bum Khun Cha Youth.


LINKPARADE:
Lesense hier alles relevante zur Band auf der Bum Khun Cha Youth-Fanpage.
Kaufense
hier noch erhältliches Vinyl der Band. Erfahrense hier alles über die famosen Bücher von Sänger und Bum Khun Cha Youth-Chef Linus Volkmann (aber bestellense die nicht direkt dort sondern supportense lieber ihren local bookshop!). Informierense sich hier über die bald anstehende Veröffentlichung des neuen Albums "Alarm! Hanns-Martin ist verschwunden".

BONUSTRACK:
Weil es so gut passt (und ich ja nicht ausschliesslich fremde Platten illegal ins Netz stellen will), gibt es hier doch mal einen der noch nie zuvor veröffentlichten Superstolk-Remixe. Dieser ist zugegebenermassen etwas sehr Wall-of-Sound-verliebt, enthält aber immerhin eigens eingespielte Synthesizerparts von mir. Was immer ich damit sagen will.


Bum Khun Cha Youth (feat. T. Kauke) - Nicht so egal (LoFi)